• JÜDISCHE THEOLOGIE: Jüdische Theologie an Uni Potsdam nimmt entscheidende Hürde

JÜDISCHE THEOLOGIE : Jüdische Theologie an Uni Potsdam nimmt entscheidende Hürde

Brandenburg schafft finanzielle Voraussetzung für Potsdamer Rabbinerschule

Yvonne Jennerjahn
Der Überfall auf einen Rabbiner in Berlin hat eine Antisemitismus-Debatte ausgelöst.
Der Überfall auf einen Rabbiner in Berlin hat eine Antisemitismus-Debatte ausgelöst.Symbolfoto: dpa

Die Gründung der ersten jüdisch-theologischen Einrichtung einer Universität in Deutschland hat die entscheidende Hürde genommen. Die Koalitionsfraktionen von SPD und Linken im brandenburgischen Landtag haben dazu am Dienstag die
Finanzierung von zwei neuen Professuren an der Universität Potsdam beschlossen, sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken, Christian Görke, in Potsdam. Dafür sollen 2013 und 2014 rund 1,2 Millionen Euro im Landeshaushalt bereitgestellt werden.
Damit kann die geplante Schule für jüdische Theologie an der Universität mit insgesamt fünf Professuren ausgestattet werden. Die Universität und das Rabbinerseminar Abraham-Geiger-Kolleg hatten zunächst sechs Stellen gefordert. Zur Finanzierung der beiden neuen Professuren sollen in den kommenden zwei Jahren Mittel verwendet werden, die ursprünglich für den vorerst gescheiterten Bau einer Synagoge in Potsdam vorgesehen waren. Die verschiedenen jüdischen Gemeinden in Potsdam konnten sich bislang nicht auf ein gemeinsames Bauvorhaben verständigen.
Für den Landeshaushalt 2015 sei eine sogenannte Verpflichtungsermächtigung vereinbart worden, mit der die beiden Professuren weiterhin finanziell abgesichert werden sollen, sagte die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Klara Geywitz. Der Beschluss der Koalitionsfraktionen und weitere Änderunganträge zum Doppelhaushalt 2013/2014 werden in den kommenden Wochen im Landtag beraten. Der Doppelhaushalt soll im Dezember beschlossen werden.
Mit der jüdisch-theologischen Einrichtung der Universität Potsdam sollen Empfehlungen des Wissenschaftsrates von Bund und Ländern zur Gleichstellung der verschiedenen Theologien umgesetzt werden. Verschiedene Gremien der Universität, darunter der Senat, haben die Pläne bereits befürwortet.
Die Universität hatte die Umsetzung jedoch von der Bereitstellung zusätzlicher Mittel durch das Land abhängig gemacht. Zwei Professuren der jüdischen Theologie werden vom Bundesforschungsministerium finanziert, eine Professur soll aus einem anderen Bereich der Universität neu zugeordnet werden.  An der Schule für jüdische Theologie der Universität Potsdam sollen liberale und konservative Rabbiner ausgebildet werden. Anders als im orthodoxen Judentum ist in den beiden Strömungen ein Hochschulabschluss Voraussetzung für eine Ordinierung zum Rabbiner.

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