• Gerhard Petschel-Held verstorben PIK verliert wichtigen Wissenschaftler

Wissenschaft : Gerhard Petschel-Held verstorben PIK verliert wichtigen Wissenschaftler

Sein Tod kam überraschend. Als Gerhard Petschel-Held am Freitag, dem 9. September, an einem Herzleiden starb, war er 41 Jahre alt. Petschel-Held kam 1993 an das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK), um die Leitung des Projekts „QUESTIONS: Syndromdynamik des Globalen Wandels“ zu übernehmen, das einen interdisziplinären Ansatz bei der Auseinandersetzung mit dem Erdsystem angesichts kritischer Mensch-Umwelt-Veränderungen verfolgt. „Sein Tod bedeutet nicht nur den Verlust eines herausragenden Wissenschaftlers für das Institut, viele, die mit ihm zusammenarbeiteten, haben auch einen Freund verloren“, erklärt Klaus Eisenack, Mathematiker am PIK. Gerhard Petschel-Held wurde in Nürnberg geboren. Er studierte in Würzburg und Albany/New York und promovierte 1992 in Frankfurt am Main mit einer Arbeit über den Grenzbereich zwischen klassischem Chaos und Quantenmechanik. Mit seiner Arbeit am PIK erlangte Petschel-Held schnell internationales Renomee. Aber auch am Institut wurde er zu einer Integrationsfigur. Besonders sein Umgang mit Nachwuchswissenschaftlern, die er immer zu motivieren wusste, auch Klaus Eisenack, dessen Doktorvater Petschel-Held war. Der Schwerpuntk von Gerhard Petschel-Helds wissenschaftlicher Arbeit lag auf der so genannten Syndromforschung, der Verbindung von Veränderungen in den Gesellschafts- und Ökosystemen und welche Verbindungen dabei bestehen. Petschel-Held reiste hierfür viel durch die Welt und arbeitete für Umweltprojekte der UNO. Bemüht um die Besserung der Welt durch Wissenschaft, richtete sich sein Engagement auch an die Jüngsten. Das Brettspiel „Keep Cool“, das sich mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzt und das er zusammen mit Klaus Eisenack entwickelt hat, steht für eine Aufgabe, die ihm zunehmend wichtig wurde: die Vermittlung wissenschaftlicher Befunde und Denkweisen an eine breitere Öffentlichkeit, insbesondere an die junge Generation. „Keep Cool“ kam im November vergangenen Jahres auf den Markt und war schon nach vier Monaten vergriffen. Erst im August erschien beim PIK eine zweite Auflage. Im Oktober 2002 wurde Petschel-Held zum Stellvertreter John Schellnhubers in der Leitung der Abteilung „Integrierte Systemanalyse“ berufen. Petschel-Held war mitten dabei, seine Habilitation zu schreiben, ein weiterer Forschungsaufenthalt in Rom war schon geplant. Gerhard Petschel-Heldhinterläßt seine Ehefrau. D.B.