Forschen in Potsdam : Neue Hochschule in Babelsberg

Auf dem Studiogelände in Babelsberg startet im April eine Privathochschule für Digitalisierung und Technologie.

Die XU-Hochschule will "neue Bildungswege" gehen.
Die XU-Hochschule will "neue Bildungswege" gehen.Foto: Jan Woitas/dpa (Symbolbild)

Babelsberg - Potsdam bekommt eine weitere Hochschule. Auf dem Gelände der Babelsberger Filmstudios solle bereits zum Sommersemester eine neue private Hochschule ihren Lehrbetrieb aufnehmen. Die XU Exponential University of Applied Sciences wird nach eigenen Angaben Deutschlands erste Hochschule sein, deren Fokus ausschließlich auf Digitalisierung und Technologie liegt. Angesiedelt wird die Privathochschule nach eigenen Angaben im Studio 5 auf dem Gelände des Filmparks Babelsberg. In Potsdam gibt es bereits drei staatliche und zwei private Hochschulen mit insgesamt über 25.000 Studierenden.

Die XU, wie die Hochschule sich kurz nennt, ist vom Landeswissenschaftsministerium staatlich anerkannt worden. Zuvor ist die Konzeptprüfung durch den Akkreditierungsausschuss des Wissenschaftsrates erfolgt, wie das Ministerium am Montag bestätigte. Die Studiengänge sind akkreditiert. Die Privathochschule will sich nach eigenen Angaben ausschließlich auf Strategien, Methoden, Technologien und Philosophien der Digitalisierung fokussieren. „Wenn Digitalisierung und neue Technologien unsere Gesellschaft verändern, die Zukunft der Arbeit von neuen, digitalen Kompetenzen abhängt und ganze Wirtschaftszweige im Umbruch sind, dann müsste doch auch unser Bildungssystem verändert werden – und entsprechende Antworten liefern“, so die Hochschule. Dies will sie nun in unmittelbarer Nähe zur Potsdamer Filmwirtschaft und Filmuniversität machen. Ziel ist es dabei, auf zukunftsorientierte digitale Berufsfelder vorzubereiten.

Maximal 40 Studienplätze

Der Lehrbetrieb der neuen Hochschule wird im April dieses Jahres mit den Bachelorstudiengängen „Digital Business“ und „Coding and Software Engineering“ starten. Geplant sind dafür maximal 40 Studienplätze, langfristig will man wachsen – aber im „gesunden Rahmen“, wie es hieß. Weitere bereits akkreditierte Bachelor- und Masterstudiengänge sollen in den kommenden Semestern folgen. Die XU richte dabei Lehre und praxisorientierte Forschung konsequent an den Herausforderungen des digitalen Zeitalters aus und reagiere damit auf die sich kontinuierlich verändernden Anforderungen der Arbeits- und Lernwelten. „Eine neue Zeit braucht eine neue Hochschule“, so das Motto der Einrichtung, deren Spitze bislang noch am Berliner Mehringdamm untergebracht ist.

Dr. Uwe Eisermann, Gründungspräsident private Medienuni XU Potsdam,
Dr. Uwe Eisermann, Gründungspräsident private Medienuni XU Potsdam,Foto: promo

„Wir müssen neue Bildungswege gehen und schaffen, um die Anpassung an die digitale Transformation exponentiell zu beschleunigen und sicherzustellen“, erklärte der Gründungspräsident der XU-University Uwe Eisermann. Die dafür notwendigen Kompetenzen müssten schnell und effektiv erlernbar sein, damit sie in der täglichen Praxis eingesetzt werden können. „Und genau hier setzen wir mit der XU Exponential University an“, so Eisermann. Für Potsdam als Standort habe man sich entschieden, weil die Stadt „vor den Toren Berlins mit dem Filmpark in Babelsberg eine sehr gute Anbindung hat und eine absolut digitale Umgebung bietet“, so Eisermann gegenüber den PNN. „Mit dem SAP Innovation Center, der Universität Potsdam, sowie einer Vielzahl von Start Ups, bieten wir hier am Standort im Filmpark mit der Hochschule, einem Co Working Space und diversen Veranstaltungen eine ideale Ergänzung.“

Strategische Partnerschaft

Die Gründung der Hochschule werde durch eine enge strategische Partnerschaft mit der Klett-Gruppe unterstützt, heißt es weiter. Die Klett-Gruppe zählt nach eigenen Angaben mit über 60 Unternehmen in 16 Ländern zu den führenden Bildungsanbietern in Europa. „Die XU Exponential University setzt einen klaren Fokus auf Studiengänge in Zusammenhang mit der digitalen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft und erweitert damit optimal das Angebot der bestehenden Klett Hochschulen“, erklärte Lothar Kleiner, Vorstand der Ernst Klett AG.

Darüber hinaus will die XU über ein Partnernetzwerk „erweitertes praxisrelevantes Lernen“ fördern. So will man die Studierenden für Führungsaufgaben in der digitalen Transformation vorbereiten. „Statt Frontalunterricht setzen wir auf Interaktion und flexible Lern-Settings in kleinen Gruppen – auch außerhalb des Hörsaals“, kündigt die Hochschule an. Studieren an der XU Exponential University bedeute praxisnahe Projektarbeit, Experimentieren und Prototyping.


Digitale Wirtschaft und Programmieren

Der Bachelorstudiengang „Digital Business“ der neuen XU-University wird sich mit den digitalen Geschäftsmodellen und den dahinter liegenden Prozessen von Firmen wie Google, Uber oder Airbnb befassen. Mit welchen Systemen und Applikationen diese Unternehmen arbeiten und was es braucht, damit sie nachhaltigen Erfolg haben, soll dabei unter anderem vermittelt werden. Der Bachelorstudiengang „Coding and Software Engineering“ soll zukünftigen Entwicklerinnen und Entwicklern Kompetenzen vermitteln, um neue digitale Lösungen zu finden. Im ersten Studiensemester wird es dabei beispielsweise um die wichtigsten Programmier- und Auszeichnungssprachen gehen. Schon nach drei Semestern sollen die Studierenden über die zentralen Programmierfähigkeiten verfügen – und bereits am Markt begehrt sein. Die XU Universität wird nach eigenen Angaben mit über 35 Dozenten im April ihre Lehrtätigkeit in Babelsberg aufnehmen. Als private Hochschule erhebt die XU Studiengebühren (z.Zt. 23.000 bis 26.000 Euro für sechs Semester), die Studierenden sollen allerdings durch Stipendien unterstützt werden: „Die Zukunft junger, talentierter Menschen darf nicht an fehlenden finanziellen Mitteln scheitern“, so die XU.

» Weitere Infos - auch zu 20 Vollstipendien - im Internet unter https://xu-university.com.