Wissenschaft : Campus auf 40 Seiten

Die studentische Zeitschrift SpeakUP feiert ihr dreijähriges Bestehen. In Zukunft soll sie farbig und mit neuem Layout erscheinen

Von Studenten für Studenten. Das SpeakUP-Team an der Uni Potsdam.
Von Studenten für Studenten. Das SpeakUP-Team an der Uni Potsdam.Foto: A. Klaer

Mit einem Aushang des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Universität Potsdam fing alles an: „Die Pressereferentin wollte eine Art Kommunikationsorgan für den AStA schaffen“, erinnert sich Denis Newiak, Chefredakteur der unabhängigen Studierendenzeitschrift „SpeakUP“. Der 24-jährige Filmwissenschaftsstudent war einer der Ersten, der sich auf den Aushang meldete; zuvor hatte er bereits journalistische Erfahrungen als Praktikant gesammelt, unter anderem für Potsdam TV. „Es gab damals nichts, woraus man sich als Student aus erster Hand von anderen Studenten hätte informieren können“, sagt Newiak. Anfang 2010 erschien die erste Ausgabe, nun feiert das Medium sein dreijähriges Bestehen. Zwölf Ausgaben der Quartalsweise erscheinenden Zeitschrift sind bislang herausgekommen.

Derzeit haben die handlichen SpeakUP-Hefte eine Dicke von über 40 Seiten und eine Auflage von bis zu 5000 Exemplaren. Viel Arbeit hat es das rund zehnköpfige Team seit dem Start gekostet, so weit zu kommen: „Nachdem die Euphorie der ersten Treffen abgeebbt war, haben wir dann mit viel Mühe und Nachtarbeit die erste Ausgabe mit 20 Seiten und einer Auflage von 1500 Stück erstellt“, erzählt Newiak. Dafür enthielt die erste SpeakUP gleich ein Interview mit der damaligen Wissenschaftsministerin Martina Münch. Auch die bis heute existierende Serie „Wo kommst du eigentlich her?“, in der Studierende persönlich vorgestellt werden, gab es bereits.

Schnell zeichneten sich erste Probleme ab: SpeakUP wurde vom AStA finanziert und die damalige Pressereferentin fungierte als Chefredakteurin. „Es war von Anfang an ein Wunsch von uns, das zu ändern, denn wir wollten natürlich auch kritisch über den AStA schreiben, wenn das nötig war“, so Newiak. Seit der dritten Ausgabe finanziert sich die kostenlose Zeitschrift daher durch Werbeanzeigen und Förderungen der AG Studium Plus der Universität Potsdam und das Studentenwerk Potsdam.

Inhaltlich ist SpeakUP in klassische Ressorts aufgeteilt: „Campus Politik“ berichtet über aktuelle Uni-Themen – in der Winterausgabe etwa über das geringe Kursangebot bei der Kulturwissenschaft. „Campus Kultur“ rezensiert Potsdamer Veranstaltungen und „Campus Leben“ berichtet aus dem Alltag von Studierenden; ein Dauerbrenner seien laut Denis Newiak Artikel über den Vergleich zwischen Potsdam und Berlin als Wohn-, Studien- und Ausgehort. „Campus Kreativ“ schließlich enthält Buntes: Zum Beispiel gab es schon Artikel über „Entspannen mit Tee“ oder eine Serie über ungewöhnliche Studentenjobs, etwa als Versuchkaninchen für die Charité in der MRT-Röhre zu liegen, sagt Christoph Freytag, zweiter Chefredakteur bei SpeakUP. Er selbst hat bereits über seine Job-Erfahrungen als Aktmodell geschrieben.

Auch der 30-jährige Informatikstudent Christoph Freytag ist von Anfang an dabei. Er übernimmt unter anderem auch die Layout-Gestaltung der Studenten-Zeitschrift. „Es ist immer noch schwierig, eine Ausgabe pro Quartal fertigzustellen“, sagt Freytag. Newiak stimmt ihm zu: „Es ist fast wie ein Halbtagsjob – manchmal bin ich bis zu 20 Stunden pro Woche damit beschäftigt.“ Alle im Team arbeiten ehrenamtlich, vom Schreiben der Artikel bis zur Verteilung der fertigen Hefte. Gerade dabei ärgert sich die SpeakUP-Redaktion allerdings darüber, dass das Aufstellen von Heftspendern in den Uni-Gebäuden bislang von der Unileitung abgelehnt werde. „Für kommerzielle Hochschulzeitungen gibt es auf dem Campus erstaunlicherweise aber genug Platz“, so Newiak.

Bislang ist SpeakUP noch schwarz-weiß, doch das soll sich ab der nächsten Ausgabe, die Mitte April erscheinen soll, ändern: Dann soll die Zeitschrift komplett vierfarbig und mit neuem Layout erscheinen. Neben dem Print-Magazin betreut SpeakUP auch eine umfangreiche Webseite, auf der zusätzliche Online-Artikel erscheinen. Sogar einen SMS-Dienst für Hinweise auf wichtige Veranstaltungen hat SpeakUP eingerichtet; knapp 200 Studierende würden diesen Service bereits nutzen. Auch sonst ist das Feedback der Leserschaft meist positiv: Die Hefte seien laut Newiak bereits nach kurzer Zeit vergriffen, neben einigen Zuschriften gebe es oft Lob in persönlichen Gesprächen.

Drei Jahre sind für studentische Initiativen eine kritische Zeit, da viele Mitarbeiter nach dem Ende ihres Studiums wieder abspringen. Dieses Problem stellt sich für SpeakUP bislang noch nicht; seit Beginn sei die Zahl der Mitarbeiter relativ stabil geblieben, so Denis Newiak. Trotz aller Schwierigkeiten zieht der Chefredakteur ein positives Fazit der vergangenen drei Jahre: „Ich habe gelernt, dass sich ein paar Leute hinsetzen und sagen können: Wir machen jetzt eine Zeitschrift, und irgendwie kriegt man es hin. Das ist ein gutes Gefühl.“ Erik Wenk

SpeakUP im Internet:

www.speakup.to