Wissenschaft : Biotechnologie im Aufwind

Die Region Berlin-Brandenburg hat sich seit Mitte der 90er Jahre zu einem der führenden Standorte für die Biotechnologie entwickelt. Das sagte Kai Bindseil, Leiter von BioTOP Berlin-Brandenburg, unlängst auf dem Branchentreffen „Bionnale“. Einer aktuellen Studie der Technischen Universität Darmstadt unterstützt Bindseils Aussagen. Laut der Studie profitiert die Region Berlin-Brandenburg wie kaum ein andere von der Entwicklung.

Im Zeitraum von 2004 bis 2007 konnte demnach der Umsatz auf rund 14 Milliarden Euro gesteigert werden. Seit 2007 haben sich bereits 20 neue Unternehmen in Berlin und zehn in Brandenburg angesiedelt. 2007 waren zudem etwa 342 000 Menschen in der Branche beschäftigt, Tendenz steigend. Auch die Zukunft sehe gut aus: Im Jahre 2030 sollen laut Studie rund 368 000 Menschen in dem Bereich beschäftigt sein und der Umsatz auf rund 20 Milliarden Euro steigen.

Ein Beispiel dafür ist die Kooperation des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) und des SAP Innovationscenters Potsdam mit dem Institut für Pathologie der Charité Berlin. Entwickelt wurde „Hana Oncolyzer“, eine Datenmangement-Technologie für die Krebstherapie und -forschung. Ziel ist die bislang vorrangig für Geschäftssoftware verwendete Technologie auch für die Medizin zu verwenden. Die iPad-Anwendung für den mobilen Einsatz im Krankenhaus stellt Daten aus vielen Krankenhausinformationssystemen für Mediziner und Forscher zur Verfügung. Sie können Patientengruppen nach individuellen Besonderheiten durchforsten. Die Suche innerhalb der medizinischen Datenflut, die früher pro Patient mehrere Tage in Anspruch nahm, ist jetzt selbst für Gruppen in Sekunden abrufbar.

Das Gemeinschaftsprojekt wurde in der vergangenen Woche auf der diesjährigen „Bionnale“ vorgestellt, dem größten Branchentreffen der Biotechnologie der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg. Diesmal standen die Themen „Personalisierte Medizin“ und „Seltene Erkrankungen“ im Fokus. dom