• 3. Potsdamer Tag der Wissenschaften: Faszination Wissenschaft

3. Potsdamer Tag der Wissenschaften : Faszination Wissenschaft

Der 3. Potsdamer Tag der Wissenschaften am 9. Mai richtet sich vor allem auch an Familien und ihren Nachwuchs. Ein Überblick über Workshops und Mitmach-Experimente.

Das Elektrofahrrad aus Holz ist nachhaltig umweltschonend.Alle Bilder anzeigen
Foto: Aceteam
05.05.2015 22:15Das Elektrofahrrad aus Holz ist nachhaltig umweltschonend.

Potsdam - Wer schon immer mal wissen wollte, was eigentlich hinter der Legende von Graf Dracula steckt oder mit einem Elektrofahrrad durch den Park Sanssouci fahren möchte, der ist auf dem Tag der Wissenschaften richtig. Der 3. Potsdamer Wissenschaftstag am kommenden Samstag (14 bis 21 Uhr, Uni-Campus Am Neuen Palais) beantwortet zahlreiche Fragen rund um Geschichte, Technik, Astronomie, Linguistik und Informatik. Es werden Forschungsergebnisse präsentiert, man kann an Workshops teilnehmen und es wird Experimente zum Mitmachen geben. Zielgruppe sind in diesem Jahr vor allem auch Familien mit ihrem Nachwuchs. Die PNN haben einige Empfehlungen zusammengestellt.

 

Zu den Sternen

Potsdam wächst – und damit die Anforderungen an die Stadt. Von 14 bis 19 Uhr stellen die Stadtwerke Potsdam im Forschercamp Impulse für die sich vergrößernde Stadt vor. Besucher können dabei unter anderem eine Tour mit dem Elektrofahrrad durch den Park Sanssouci unternehmen. Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde stellt in diesem Zusammenhang die nachhaltige Variante des Holz-E-Bikes vor. Von 14 bis 21 Uhr stellen sie dieses im Forschercamp vor. Eine Fahrt ganz anderer Art bietet der Infostand des Urania-Planetariums. Besucher können von 14 bis 21 Uhr im kleinen Astronomie-Labor Sonnenuhren basteln und sich von Benjamin Husheer alles Wissenswerte über die Sterne erklären lassen. Bei schönem Wetter können durch ein Teleskop auch Sonnenbeobachtungen vorgenommen werden.

 

Mysterium Sprache

Immer mehr Kinder wachsen heutzutage zweisprachig auf. Viele Menschen lernen mehrere Sprachen im Laufe ihres Lebens, oft auch aus beruflichen Gründen. Jana Reifegerste vom Forschungsinstitut für Mehrsprachigkeit (PRIM) der Universität Potsdam erklärt im Erdgeschoss von Haus 12 um 14 Uhr in ihrem Vortrag „Zwei Sprachen in einem Gehirn – Bilingualismus unter der Lupe“, was Bilingualismus eigentlich bedeutet und wie die Wissenschaft dieses Phänomen erklärt. Wer danach gleich Lust bekommen hat, eine neue Sprache zu lernen, kann sich bis 21 Uhr am Stand der Potsdamer Sprachschule „Let’s Talk“ darüber informieren, wie das schnell und effektiv geht. Carolin Schneider demonstriert im Forschercamp des Wissenschaftsparks Golm anhand von kleinen Spielen die Lernmethoden der Sprachschule.

Wie sehr soziale Netzwerke unsere Sprache beeinflussen, zeigt hingegen Tatjana Scheffler vom Departement Linguistik von 14 bis 21 Uhr im zweiten Obergeschoss von Haus 9. Anhand einer automatischen Auswertung von Twitter-Gesprächen zeigt sie, wie die Tweets beschaffen sind und beschreibt spezielle Eigenheiten des Sprachstils.

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Wer mit Essen spielt

Da werden so manche Kinderaugen neidisch schauen: Tanja Schwerdtle vom Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Potsdam stellt während ihrer Vorlesung „Süßigkeiten und Co. mal anders – Experimente mit Lebensmitteln“ um 14 Uhr im Obergeschoss von Haus 9 allerhand mit Lebensmitteln an. Am Beispiel kleiner Experimente zeigt sie, warum Kaugummi in der Limonade explodiert, wie man mit Lebensmitteln Raketen oder Vulkane bauen kann und ob Schokoladeneis in zwei Minuten herstellbar ist. Bei Helene Foltan vom Leibniz-Institut für Agrartechnik (ATB) im Forschercamp können Groß und Klein bis 21 Uhr ihr Wissen über Körner aller Art unter Beweis stellen. In kleinen Mitmachexperimenten gilt es dabei zum Beispiel die Cerealien im Müsli zu unterscheiden.

 

Legenden zum Leben erwecken

Ausgestorbene Arten mithilfe der Biotechnologie wieder zum Leben zu erwecken – davon träumen wohl nicht nur Wissenschaftler. Um 17 Uhr erklärt Michael Hofreiter vom Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam in seinem Vortrag „Ich bastele mir ein Mammut – oder doch nicht?“ die wissenschaftlichen Fortschritte in dieser Hinsicht (erstes Obergeschoss, Haus 9). Dabei zeigt er, welche Hürden noch bestehen und hinterfragt, wie realistisch solche Ideen überhaupt sind. Die Ausstellung des Deutschen Kulturforum östliches Europa „Transsylvanien/Siebenbürgen: Region mit Biss“ im Forschercamp beschäftigt sich hingegen mit der Frage, was hinter dem Mythos von Dracula steckt. Von 14 bis 21 Uhr können Interessierte einen Vampir-Experten befragen, mit Jugendlichen aus Siebenbürgen plaudern oder mithilfe einer App Hermannstadt/Sibiu erkunden.

 

Let’s play

Alleine, zu zweit oder in der großen Gruppe: Computerspiele bieten viel Spaß und vermitteln manchmal sogar auch noch Wissen. Im zweiten Obergeschoss von Haus 9 präsentiert das Hasso-Plattner-Institut (HPI) von 14 bis 21 Uhr Computerspiele, die von Studierenden selbst entwickelt wurden. Besucher können die Spiele direkt vor Ort testen und ihren Entwicklern Fragen stellen. Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren, deren Interesse damit geweckt wurde, können im selben Haus alles über das Programmieren lernen. Der Programmierclub „Coder Dojo“ bringt dem Nachwuchs von 14 bis 21 Uhr mithilfe von Spielen, Apps, Robotern und Schaltungen die Grundlagen des Programmierens bei.

 

Gesund durch Bewegung

Sei es stundenlanges Sitzen im Büro oder ständige körperliche Belastung: Unser Rücken muss viel aushalten. Das Zentrum für Hochschulsport der Universität Potsdam bietet in seinem Workshop „Rückenschule für Erwachsene“ jeweils um 18 und um 19 Uhr im ersten Obergeschoss von Haus 12 präventive Übungen an, die Haltungsschäden und Erkrankungen der Wirbelsäule vermeiden sollen. Bequeme Kleidung ist dabei wünschenswert.

Wem die Übungen nicht genug körperliche Betätigung sind, der kann sich in der Sporthalle beim Zumba für Kinder und Erwachsene so richtig austoben. Jeweils um 18 und um 19 Uhr trainiert man dabei mit einer Mischung aus Aerobic und Intervalltraining den ganzen Körper zu lateinamerikanischer Musik. Auch dabei sollte man bequeme Kleidung mitbringen. Wer schon immer einmal seinen aktuellen Fitnessstand wissen wollte, kann ihn bei einem Test auf Fahrrad und Laufband herausfinden. Jeweils um 17.30 Uhr und 20 Uhr bietet die Hochschulambulanz der Universität Potsdam im Haus 12 einen Ausdauertest an, auf dessen Basis auch ein zukünftiger Trainingsplan erstellt werden kann.

 

Faszination Naturwissenschaften

Was passiert eigentlich, wenn die Luft um uns herum nicht mehr existiert? Ulrike Behrens vom Deutschen Elektronen-Synchroton (DESY) demonstriert von 14 bis 21 Uhr im Forschercamp anhand anschaulicher Mitmachexperimente, wie Wasser ohne Grund sinkt oder steigt, dass Luftballons sich von alleine aufblasen oder der Wecker einfach nicht mehr klingelt. Genauso wie hier bei der Physik sind auch Vorgänge in der Biologie oder Pharmakologie nicht ohne Mathematik möglich. Wilhelm Huisinga vom Institut für Mathematik der Universität Potsdam erklärt von 14 bis 19 Uhr in der Ausstellung „Eine gute Dosis Mathematik“, warum das so ist und was Amöben eigentlich mit Rechnen zu tun haben.

 

Gegen Diskriminierung

Während der Pegida-Proteste machten islamophobe Verschwörungstheorien mit verschiedenen Inhalten die Runde. So vermuteten beispielsweise einige Autoren eine enge Zusammenarbeit zwischen amerikanischen Geheimdiensten und islamistischem Terror – womit eindimensionale Stereotype geschaffen werden. Mitarbeiter des Instituts für Romanistik der Uni präsentieren in ihrem Vortrag „Sündenböcke und Heilsversprecher: Islamophobe Verschwörungstheorien in rechtspopulistischen Bewegungen“ um 19 Uhr im zweiten Obergeschoss von Haus 11 ein paar dieser Konstrukte und analysieren, wie diese aufgebaut sind. Zum Abschluss sollen Alternativen zu diskriminierenden Denkstrukturen aufgezeigt werden.

 

Anreise trotz Streik

Wie die Organisatoren mitteilen, ist die Anreise zum Uni-Campus Am Neuen Palais trotz des Streiks im Nahverkehr abgesichert. Die Buslinie N14 verkehrt nach dem Ersatzfahrplan unter anderem von Potsdam Hauptbahnhof zum Neuen Palais, die Busse fahren alle halbe Stunde. Außerdem gibt es einen Shuttle-Service vom Hauptbahnhof aus, der alle 15 Minuten fahren soll. Parkplätze vor Ort stehen nur begrenzt zur Verfügung. Wer dennoch mit Auto kommen möchte, kann die gebührenfreien Parkplätze am Bahnhof Pirschheide nutzen und von dort aus den kostenlosen Bus-Shuttle nehmen. 

Weitere Tipps zur Anreise >>

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Das vollständige Programm und ein Lageplan vom Neuen Palais findet sich hier >>

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