Waldbrände in Brandenburg : CDU: Land muss Feuerwehr stärken

Brandenburgs CDU-Fraktion fordert nach den verheerenden Waldbränden der vergangenen Wochen mehr Anerkennung für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute: Sie sollen Weihnachtsgeld oder eine Rente bekommen. Wie dringend die Helfer gebraucht werden zeigt sich deutlich: In Brandenburg brennt es erneut.

Rund 600 Einsatzkräfte waren beim Waldbrand bei  Treuenbrietzen im Einsatz. Foto: Michael Kappeler/dpa 
Rund 600 Einsatzkräfte waren beim Waldbrand bei  Treuenbrietzen im Einsatz. Foto: Michael Kappeler/dpa Foto: Michael Kappeler/dpa 

Potsdam - Mehr Anerkennung und mehr Geld für freiwillige Helfer: Als Konsequenz aus den verheerenden Waldbränden in Fichtenwalde und Treuenbrietzen (beide Potsdam-Mittelmark) fordert die CDU-Landtagsfraktion eine Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes sowie des Ehrenamtes im Land. „Die enorme Belastung für Feuerwehr und Rettungsdienste droht auch in Zukunft“, sagte Unionsfraktionschef Ingo Senftleben am Dienstag. Die Politik stehe in der Pflicht, den Helfern etwas zurückzugeben.

Zwei Varianten finanzieller Entschädigung

In einem Antrag für die Landtagssitzung nächste Woche bringt die Fraktion zwei Varianten einer finanziellen Entschädigung ins Spiel: Mitglieder freiwilliger Feuerwehren sollen entweder jährlich 250 Euro Weihnachtsgeld oder eine Feuerwehrrente bekommen. Die Feuerwehrleute im Land sollen selbst darüber abstimmen, welches Modell sie bevorzugen, so Senftleben. Er rechne jeweils mit Kosten von zehn Millionen Euro pro Jahr.

Feuerwehrleute aus Fichtenwalde starten Onlinepetition

Auch aus den Feuerwehren selbst kommt der Ruf nach mehr Unterstützung: Die Feuerwehr Fichtenwalde, die bei dem Brand in ihrem Ort Ende Juli stark gefordert war, verlangt von der rot-roten Landesregierung in einer Onlinepetition, Treueprämien für ehrenamtliche Feuerwehren auszuzahlen sowie die ehrenamtliche Arbeit der Retter auf die Rente anzurechnen. Bislang hat die Petition im Netz knapp 1000 Unterstützer. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte Anfang August in einem PNN-Interview erklärt, dass er Prämienideen unterstütze. „Wir müssen über finanzielle Zuwendung als Würdigung nachdenken“, sagte Schröter.

Feuerwehr-Datenbank für mehr Übersichtlichkeit

Um die Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer zu erhöhen, schlägt die CDU in ihrem Antrag zudem den Aufbau einer landesweiten Feuerwehr-Datenbank vor, über die alle Mitglieder schnell erreicht werden können. Außerdem sollten Helfer, um flexibler einsetzbar zu sein, sowohl an ihrem Wohn- als auch an ihrem Arbeitsort Mitglied der Feuerwehr werden können. Bislang ist so eine Doppelmitgliedschaft ausgeschlossen. Der Feuerwehrverband hatte gefordert, in Brandenburg mehr hauptamtliche Feuerwehrleute einzusetzen. Auch das sei sinnvoll, so Senftleben. „Auch die Technik muss auf den neuesten Stand gebracht werden, dazu gehört ein leistungsfähiger Digitalfunk“, forderte der CDU-Fraktionschef. Es könne nicht sein, dass sich die Einsatzkräfte wie beim Brand um Treuenbrietzen nicht miteinander verständigen können, weil es kein Netz gibt. Erst nachdem das Innenministerium einen mobilen Sendemast aufgestellt hatte, lief die Kommunikation der Einsatzkräfte reibungslos.

Feuer in Potsdam-Drewitz und und Dahme-Spreewald

Diese sind schon wieder gefordert. Am Dienstag musste die Potsdamer Feuerwehr in einem Waldgebiet beim Stadtteil Drewitz ein Feuer löschen, das sich auf 200 Quadratmetern ausgebreitet hatte. Auch zwischen Lieberose und Schwielochsee (Dahme-Spreewald) sind neue Waldbrände ausgebrochen. Seit Montagnachmittag seien Feuer an mehreren Stellen aufgeflammt, berichtete ein Sprecher der Feuerwehr-Regionalleitstelle Lausitz. Am Montagabend konnte ein Brand, der sich auf einer Fläche bis zu zehn Hektar ausgebreitet hatte, auch mit Hilfe eines Löschhubschraubers gelöscht werden. Am Dienstag flammten in der Lieberoser Heide neue Feuer auf. Der Brand auf einer Fläche bis zu fünf Hektar habe am Nachmittag eingedämmt werden können, sagte der Sprecher. Insgesamt waren dort 100 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Löscharbeiten sollten sich noch bis in die Nacht hinziehen. (mit HK, dpa)