Überregionales : Viertklässler verfehlen Klassenziel

Tests in Mathe und Deutsch: Brandenburg im Mittelfeld, Berlin Schlusslicht

T. Warnecke (mit thm)

Berlin/Potsdam - Grundschüler in Deutschland können schlechter rechnen, schreiben und zuhören als noch vor fünf Jahren. Im Land Brandenburg ließen seitdem die Deutsch-Kompetenzen nach, während die Mathe-Leistungen stabil blieben. Das ist das Ergebnis eines Ländervergleichstests in den Fächern Deutsch und Mathematik, für den mehr als 30 000 Schüler der vierten Klassen in der Bundesrepublik getestet wurden. In Mathematik schafften in fast allen Ländern – Brandenburg ist eine Ausnahme – weniger Schüler die Regelstandards als im Jahr 2011. In Orthografie schafft inzwischen nicht einmal mehr jeder Fünfte die Mindeststandards. „Das Ergebnis ist ernüchternd“, sagte Susanne Eisenmann (CDU), Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Ministerin in Baden-Württemberg. Zwischen den Ländern gibt es teilweise große Unterschiede. Gut schneiden insbesondere Bayern und Sachsen ab. Ein Aufsteiger ist Hamburg, während vor allem in Baden-Württemberg die Leistungen überdurchschnittlich zurückgingen. Schlusslichter bleiben Berlin und Bremen. Brandenburg liegt im Mittelfeld, mit Licht und Schatten. „Ich freue mich über die guten Leistungen im Fach Mathematik“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Das Deutsch-Ergebnis, insbesondere Orthografie, sei „nicht so ausgefallen, wie wir es uns wünschen“.

Studienleiterin Petra Stanat vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen führte den Leistungsabfall auf die wachsende Heterogenität der Schülerschaft zurück, etwa den Anstieg von Schülern mit Migrationshintergrund seit 2011 um 8,9 Prozent und von Schülern, die inklusiv beschult werden, um 17,3 Prozent. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft warf den Ländern vor, die Grundschulen „sträflich vernachlässigt“ zu haben. T. Warnecke (mit thm)

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