Überregionales : Urteil zu Glyphosat lässt Bayer-Aktien abstürzen

Heike Jahberg

Berlin - Das Urteil einer US-Jury gegen den US-Saatgutkonzern Monsanto hat am Montag die Aktie der Monsanto-Mutter Bayer auf Talfahrt geschickt und die politische Diskussion über das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat neu entfacht. Die Geschworenen hatten am Freitag entschieden, dass Monsanto verantwortlich für die Krebserkrankung des Platzwarts Dewayne „Lee“ Johnson ist, und hatten dem todkranken Mann Schadenersatz in Höhe von 289 Millionen US-Dollar (254 Millionen Euro) zugesprochen. Der 46-Jährige hatte die glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel Roundup und Ranger Pro verwendet. Roundup wird von Monsanto hergestellt und ist das weltweit häufigste Unkrautvernichtungsmittel. Monsanto gehört seit Kurzem zu Bayer. Die Übernahme war die teuerste, die ein deutsches Unternehmen jemals im Ausland gewagt hat. Am Montag stürzte die Bayer-Aktie zwischenzeitlich um 13 Prozent ab, der Kurssturz vernichtete vorübergehend zwölf Milliarden Euro an Börsenwert.

„Das Monsanto-Urteil zeigt, wohin das unverantwortliche Zocken mit den Risiken von Glyphosat führt, vor allem aus gesundheitlicher, aber auch aus unternehmerischer Sicht“, sagte der Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter dieser Zeitung. Heike Jahberg