Überregionales : Türkei zieht Liste verdächtigter Firmen zurück

Berlin - Die Türkei hat eine Liste mit fast 700 deutschen Unternehmen zurückgezogen, denen sie Kontakte zu unter Terrorverdacht stehenden türkischen Firmen vorgeworfen hatte. Der türkische Innenminister habe am Montag in einem Telefonat mit seinem deutsche Amtskollegen Thomas de Maizière (CDU) von einem „Kommunikationsproblem“ gesprochen und versichert, dass es keine Ermittlungen gegen die Unternehmen gebe, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministers.

Im Mai hatten türkische Behörden über Interpol um Informationen über die Firmen auf der Liste gebeten. Das Ersuchen war nach Angaben des Sprechers „wenig konkret“ und blieb unbeantwortet. Am Samstag zog Ankara die Anfrage offiziell zurück. Seit dem Putschversuch 2016 geht die türkische Regierung massiv gegen Personen und Firmen vor, denen sie eine Unterstützung der Putschisten vorwirft.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte in der vergangenen Woche eine „Neuausrichtung“ der Türkei-Politik angekündigt und dies auch damit begründet, dass „Unternehmen in die Nähe von Terroristen gerückt werden“. An der Neubewertung der Beziehungen zu Ankara will die Bundesregierung auch nach der Rücknahme der Liste festhalten. cvs

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