• Trump will neue Strafzölle gegen Türkei Ankündigung heizt Währungskrise weiter an

Überregionales : Trump will neue Strafzölle gegen Türkei Ankündigung heizt Währungskrise weiter an

Istanbul - Inmitten eines erbitterten Streits um die Inhaftierung eines US-Pastors und des dramatischen Absturzes der türkischen Lira hat US-Präsident Donald Trump neue Strafzölle gegen die Türkei verhängt. Unter Verweis auf die schlechten Beziehungen zur Türkei verkündete Trump am Freitag im Kurzmitteilungsdienst Twitter eine Verdopplung der Zölle auf Stahl und Aluminium. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan rief zum „nationalen Kampf“ gegen den „Wirtschaftskrieg“ auf, während die Lira um 19 Prozent einbrach.

„Ich habe gerade die Verdopplung der Zölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei genehmigt“, schrieb Trump auf Twitter. „Unsere Beziehungen mit der Türkei sind derzeit nicht gut!“ Das Weiße Haus teilte später mit, Trump habe nur Vorbereitungen für die Verhängung der Strafzölle angeordnet. Bis diese wirksam werden, dürfte es noch dauern. Die Beziehungen der beiden Nato-Partner werden derzeit durch eine ganze Reihe von Streitfragen belastet, darunter die Inhaftierung des US-Pastors Andrew Brunson.

Die türkische Währungskrise zog auch international die Börsen ins Minus. Der deutsche Leitindex Dax verlor in Frankfurt fast 1,94 Prozent. Die Aktien der Deutschen Bank sackten sogar um 4,56 Prozent ab, die der Commerzbank um 3,88 Prozent.

Angesichts des Streits um Brunson war die türkische Lira bereits in den vergangenen Tagen dramatisch eingebrochen, doch trieben die neuen Strafzölle die Währung nun weiter in den Abgrund. Nach Trumps Tweet erreichte die Lira 6,62 zum Dollar - das war ein Verlust von 19 Prozent an einem Tag. Später stieg der Lira-Kurs wieder leicht an. Bei einer Kundgebung in Bayburt appellierte Präsident Erdogan an die Türken, ihre ausländischen Devisen in Lira umzutauschen: „Wenn Ihr Dollar, Euro oder Gold unter dem Kopfkissen habt, geht zur Bank und tauscht es in türkische Lira. Dies ist ein nationaler Kampf.“ AFP

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