Überregionales : Trump und Putin bereiten Treffen vor

Russland kündigt Vorschlag in Gift-Affäre an. Bundesaußenminister Maas bekräftigt Dialogbereitschaft

Thomas Körbel

Moskau - US-Präsident Donald Trump hat den russischen Staatschef Wladimir Putin nach Kremlangaben zu einem Treffen nach Washington eingeladen. Trump habe dies bereits bei einem Telefonat mit Putin am 20. März getan, sagte Kremlberater Juri Uschakow am Montag in Moskau. Damals war lediglich bekannt geworden, dass die beiden ein Treffen in Erwägung ziehen. Es sei nicht besprochen worden, wann dieses Treffen stattfinden könnte, sagte Uschakow der Agentur Interfax zufolge. Er hoffe, dass die USA den Vorschlag nicht wieder zurückzögen.

Das Weiße Haus erklärte dazu am Montag lediglich, die beiden Präsidenten hätten bei ihrem Telefonat ein bilaterales Treffen „in nicht allzu ferner Zukunft“ vereinbart. Dabei sei es um eine Reihe verschiedener Orte gegangen. „Wir haben dem zu diesem Zeitpunkt nichts hinzuzufügen“, hieß es in einer Mitteilung. Nach dem Telefonat vom 20. März waren die Außenminister in Washington und Moskau angewiesen worden, eine Begegnung Trumps und Putins zu organisieren. Uschakow meinte aber, bislang sei noch nicht viel geschehen. Er räumte ein, dass die Spannungen zwischen Russland und dem Westen wegen des in Großbritannien vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal die Vorbereitungen erschwerten. Doch betonte er, dass ein Treffen von Putin und Trump in Krisenzeiten umso wichtiger sei. Trump und Putin haben sich erst einmal am Rande des G20-Gipfels 2017 in Hamburg getroffen.

Die USA hatten aus Solidarität mit Großbritannien 60 russische Diplomaten ausgewiesen und ein russisches Konsulat geschlossen. Russland tat im Gegenzug das Gleiche. London wirft Moskau eine Beteiligung am Giftanschlag auf Skripal in Salisbury vom 4. März vor.

Russland weist das zurück und hat in dem Streit zudem einen Vorschlag für die Ermittlungen von Chemiewaffen-Experten angekündigt. Dieser solle bei einer Sondersitzung der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) am morgigen Mittwoch vorgestellt werden, sagte der russische Vertreter bei der OPCW, Alexander Schulgin. „Das wird ein einfacher, klarer Vorschlag, der dazu bestimmt ist, zu den Untersuchungen des Vorfalls in Salisbury beizutragen“, fügte der Diplomat hinzu. Russland hat die Sondersitzung beantragt. Außenminister Sergej Lawrow sagte, dabei sollten sämtliche Fakten geklärt werden, die zur Wahrheitsfindung beitragen. Die unabhängige internationale Organisation OPCW mit Sitz im niederländischen Den Haag ist verantwortlich für die Umsetzung der Chemiewaffenkonvention aus dem Jahre 1997. Der OPCW-Gesandte Schulgin dämpfte aber die Erwartungen. Die OPCW werde nicht die Verantwortlichen benennen. Das sei nicht ihre Aufgabe.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bekräftigte unterdessen die Bereitschaft Deutschlands zum Dialog mit Russland. „Durch das russische Verhalten der letzten Jahre ist ohne Zweifel viel Vertrauen verloren gegangen. Gleichzeitig brauchen wir Russland als Partner, etwa für die Lösung regionaler Konflikte, für Abrüstung und als wichtige Stütze der multilateralen Ordnung“, sagte Maas der „Bild am Sonntag“. (dpa)

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