Überregionales : Trump droht mit „totaler Vernichtung“

US-Präsident warnt Nordkorea bei Rede vor UN-Vollversammlung. Harte Worte auch an den Iran

Thomas Seibert

Bei seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung hat US-Präsident Donald Trump Nordkorea mit der „totalen Vernichtung“ gedroht. Sollte die Regierung Nordkoreas mit ihren Atomwaffen die USA oder amerikanische Verbündete bedrohen, bleibe seinem Land keine andere Wahl, sagte Trump am Dienstag in New York. Nordkorea müsse atomar abrüsten. Scharf kritisierte Trump in der etwa 45-minütigen Rede auch den Iran, dem er den Export von Gewalt und Extremismus vorwarf. Er deutete einen Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit Teheran an.

Trumps Regierung hatte harte Worte des Präsidenten angekündigt; tatsächlich wirkte die von Steve Miller, einem führenden rechtspopulistischen Berater des US-Staatschefs, geschriebene Ansprache passagenweise wie eine Wahlkampfrede. Trump unterstrich, seine Priorität sei „Amerika zuerst“. Seine Vision der UN bestehe in einer Zusammenarbeit „starker, souveräner Nationen“. Zugleich bekräftigte er seine Kritik an Verschwendung und Bürokratie innerhalb der UN und an den hohen Beiträgen der USA für den UN- Haushalt. Sein Land werde immer ein Partner anderer Nationen sein, doch die Zeiten „einseitiger Deals“, bei denen Amerika übervorteilt werde, seien vorbei.

Der US-Präsident beklagte, eine „kleine Gruppe von Schurkenstaaten“ bedrohe die Welt. An erster Stelle nannte er Nordkorea, wo die Regierung die eigenen Bürger gewaltsam unterdrücke und die Welt mit einer atomaren Auseinandersetzung bedrohe. „Rocket Man ist auf einer Selbstmord-Mission für sich selbst und sein Regime“, sagte er in Anspielung auf Machthaber Kim Jong Un.

Es war die bisher schärfste Drohung Trumps an Nordkorea seit seiner Warnung vom August, als er erklärt hatte, Pjöngjang müsse mit „Feuer und Zorn“ rechnen, falls die Atomraketen des Landes die USA bedrohen sollten. Nordkorea wirft Trump kriegerische Absichten vor und hat in den vergangenen Wochen mehrere Raketentests unternommen.

Dem Iran warf Trump eine Destabilisierung des Nahen Ostens vor. Fernsehaufnahmen aus dem UN-Plenarsaal in New York zeigten, wie der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an dieser Stelle zustimmend nickte. Trump wiederholte seine Aussage, wonach das Atomabkommen mit dem Iran „einer der schlechtesten und einseitigsten“ Verträge sei, die Amerika je abgeschlossen habe. Die Vereinbarung sei „peinlich“ für die USA. Das letzte Wort in der Angelegenheit sei aber noch nicht gesprochen, fügte er hinzu.

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