Überregionales : „Tendenz zur Verrohung“

Bundespräsident ruft in Cottbus zu Toleranz auf

Cottbus - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich für ein beherztes Eintreten für Toleranz und gegen Gewalt ausgesprochen. „Es gibt eine Tendenz zur Verrohung und Entsolidarisierung in unserem Land, auf die wir reagieren müssen“, sagte Steinmeier am Samstag in Cottbus. Nach mehreren Gewaltvorfällen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen sowie rechten Demonstrationen in Cottbus hat Steinmeier am Wochenende die Stadt besucht. Anlass war auch ein Festakt zum 20-jährigen Bestehen des Handlungskonzeptes „Tolerantes Brandenburg“.

Steinmeier sagte, es gehe ihm „vor allen Dingen um die Ermutigung derjenigen, die sich dafür einsetzen, dass man in dieser Stadt weiterhin gut zusammenleben kann“. Die Sorgen und Ängste der Menschen „wollen und müssen wir uns anhören“, sagte Steinmeier. „Niemand hat die Absicht, etwas unter den Tisch zu kehren.“

Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) sagte, er wolle Steinmeier zeigen, wie Cottbus wirklich sei: ehrlich, offen und gastfreundlich. Ohne die Unterstützung des Bundes werde Cottbus aber „nicht die Integration von Flüchtlingen bewältigen können“. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) rief zum Schulterschluss gegen „das Schüren von Hass gegen Flüchtlinge und Fremde“ auf. Steinmeier sei als „Mutmacher“ gekommen. AFP/axf