Überregionales : Syrien: Nach Angriffen nun Diplomatie

Neuer Entwurf für UN-Resolution

Washington/Berlin - Der Westen setzt nach den Raketenangriffen auf Syrien auf Diplomatie und Drohungen zugleich. Die USA, Frankreich und Großbritannien legten am Wochenende einen neuen Resolutionsentwurf im UN-Sicherheitsrat vor. Sie fordern darin eine unabhängige Untersuchung der Giftgasvorwürfe und rufen Damaskus auf, sich „konstruktiv“ an Friedensverhandlungen zu beteiligen. Auch Deutschland setzte sich für eine Stärkung der diplomatischen Bemühungen ein.

Als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der syrischen Stadt Duma hatten die USA, Großbritannien und Frankreich in der Nacht auf Samstag gut hundert Raketen auf syrische Stellungen abgefeuert. Dabei wurden nach US-Angaben drei Anlagen in der Hauptstadt Damaskus und nahe Homs getroffen, die als Forschungs-, Produktions- und Lagerstätten für Chemiewaffen gedient haben sollen. Es soll keine oder nur wenige Verletzte gegeben haben. Laut US-Verteidigungsminister James Mattis seien derzeit keine weiteren Angriffe geplant. In einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats warnte US-Botschafterin Nikki Haley aber, sollten nochmals Giftgas eingesetzt werden, seien die Waffen der US-Armee „geladen“.

Die USA haben indes neue Sanktionen gegen Russland angekündigt. Die Strafmaßnahmen sollen russische Unternehmen treffen, die mit der syrischen Regierung Geschäfte machen, sagte die amerikanische UN-Botschafterin Haley am Sonntag im Fernsehsender CBS. Das Finanzministerium in Washington werde die Sanktionen am Montag verkünden und damit auf den neuerlichen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien reagieren, sagte Haley weiter. AFP/hmt

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.