Überregionales : Studie zu Braunkohle-Jobs: Strukturwandel längst im Gange

Potsdam - Der Strukturwandel in den deutschen Braunkohlerevieren ist bei der Zahl der Arbeitsplätze bereits vollzogen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Berliner Instituts Arepo Consult im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion, die den PNN vorliegt. „Der Strukturwandel ist kein Drohszenario, sondern real und eine gelebte Strategie für die Zukunft“, heißt es in der 33-seitigen Untersuchung zu den Arbeitsplätzen in der Lausitz, im Mitteldeutschen und Rheinischen Revier.

Der Studie zufolge gibt es in der Braunkohle-Branche nur noch rund 20 000 direkte Arbeitsplätze, davon in der Lausitz 7900. Damit liege der Anteil der Beschäftigten in der Braunkohle an den gesamten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowohl auf Bundesebene als auch in den jeweiligen betroffenen Bundesländern – Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen – nur noch deutlich unter einem Prozent. In der Branchen für erneuerbare Energien dagegen arbeiteten heute deutschlandweit 17-mal mehr Menschen als in der Braunkohlenwirtschaft. Selbst in Brandenburg, das stark von der Braunkohle geprägt sei, würden in der Ökoenergiebranche bereits heute mit 17 350 Beschäftigen mehr als doppelt so viele Menschen arbeiten wie in der Braunkohle. Hinzu käme die Alterung. 40 Prozent der Kohle-Beschäftigten seien schon mehr als 50 Jahre alt und würden bis zum Jahr 2021 weitgehend sozialverträglich in Rente gehen. Zugleich verschärfe sich in der Lausitz der Fachkräftemangel weiter.

Die Potsdamer Grünen-Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock sagte den PNN, Aufgabe der Politik sei es nun, den Strukturwandel zu gestalten, „damit die Menschen in der Region nicht in der Luft hängen“. Die Grünen wollen nach der Bundestagswahl den Einstieg in den Kohleausstieg angehen. axf

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