Überregionales : Stadtwerkefest nicht mehr kostenlos

Potsdam - Aus Sicherheitsgründen soll das Potsdamer Stadtwerkefest für Besucher künftig nicht mehr kostenlos sein. Das kündigte Stadtwerke-Chef Horst Müller-Zinsius am Mittwochabend im Hauptausschuss an. „Es geht uns um ein sicheres Fest.“ Nur mit einem auf 21 000 Stück limitierten Ticketkontingent könne man den Besucheransturm regeln, hieß es weiter. So hatten 2016 mehr als 40 000 Besucher den Auftritt von Carlos Santana im damals völlig überfüllten Lustgarten erlebt.

Im den PNN vorliegenden Konzept zum Fest heißt es, die Tickets würden jeweils zum Klassik-Konzert am 6. Juli und zum Pop-Rock-Abend am 7. Juli 2018 verkauft. Kunden der Verkehrsbetriebe und der Energie und Wasser Potsdam – beides Stadtwerke-Töchter – sollen fünf bis zehn Euro pro Ticket zahlen, die dann als Verzehrgutschein gelten. Potsdamer, die ViP und EWP nicht nutzen, zahlen einfach so fünf bis zehn Euro – ohne Gutschein. Für Besucher von außerhalb werden Preise von 20 bis 30 Euro erhoben, je nach Wertigkeit der Bands. Kinder bis 16 Jahren zahlen keinen Eintritt. Die auf knapp 21 000 Stück begrenzten Tickets sollen an die Potsdamer ab dem 1. März 2018 verkauft werden, an Auswärtige ab dem 15. April. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) stimmte dem Plan prinzipiell zu, gerade wegen der Sicherheitsaspekte sei ein kostenloses Fest „nicht mehr zu verantworten.“ Zudem lasse sich so der eigentliche Zweck des Festes, die Kundenbindung, wieder herstellen: „Dieser Bezug ist im Verlauf der Zeit verloren gegangen.“

Das Fest war unter der Ägide des 2011 geschassten Stadtwerke-Chefs Peter Paffhauses mehr und mehr gewachsen, 2010 hatten noch an drei Tagen unter anderem Weltstars wie Joe Cocker, Billy Idol und Nena kostenlos in Potsdam gespielt – was zu wachsenden Irritationen wegen der Intransparenz bei den Kosten geführt hatte. Im vergangenen Jahr war das Festbudget unter dem damals neuen Stadtwerke- Chef Müller-Zinsius schließlich auf 800 000 Euro gedeckelt worden. Nächstes Jahr sollen die Kosten bei maximal 920 000 Euro liegen – allein der Aufwand für den Ticketverkauf wird mit 120 000 Euro prognostiziert. Dem stehen Erlöse in gleicher Höhe gegenüber. HK

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