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Sommer- und Winterzeit in der EU : Juncker will Zeitumstellung abschaffen

In einer EU-Umfrage mit Millionen Teilnehmern stimmte eine klare Mehrheit für ein Ende der Zeitumstellung. Jetzt will die EU-Kommission die Abschaffung beschließen.

Jean-Claude Juncker
Jean-Claude JunckerFoto: dpa/AP/Virginia Mayo

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will die Zeitumstellung in der EU zwischen Winter- und Sommerzeit kippen. Nachdem die übergroße Mehrheit der Bürger in der Union sich dafür ausgesprochen habe, die Umstellung wieder abzuschaffen, werde das nun auch gemacht, kündigte Juncker am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin" an: „Die Menschen wollen das, wir machen das.“

Er werde in der Kommission für die Abschaffung werben. "Das werden wir heute beschließen", sagte er mit Blick auf die laufende Kommissionsklausur. Es wäre sinnlos, die Menschen erst zu einem Thema zu befragen, und dann, wenn es einem nicht passe, dem nicht zu folgen. In einer EU-Umfrage zur Sommerzeit hatten sich mehr als 80 Prozent dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung abzuschaffen.

Sommerzeit 1980 eingeführt

Die EU-Kommission werde am Freitag einen entsprechenden Beschluss fällen, sagte Kommissionspräsident Juncker. Dann seien die Mitgliedstaaten und das EU-Parlament am Zug und am Ende werde die Abschaffung der Zeitumstellung "auch kommen".

Die EU-Kommission hatte im Juli die Online-Umfrage von Bürgern, Unternehmen und Verbänden gestartet, um sich ein Bild zur Unterstützung oder Ablehnung der Regelung zu verschaffen. Das Europaparlament hatte im Februar eine Überprüfung durch die Kommission gefordert. Dabei wurde auch auf Studien verwiesen, wonach die Sommerzeit "negative Folgen für die Gesundheit der Menschen" haben könne.

Die Sommerzeit wurde aus Gründen der Energieeinsparung in Deutschland 1980 eingeführt, in anderen Mitgliedstaaten schon deutlich früher. Seit 2002 ist die Umstellung EU-weit einheitlich geregelt, um Probleme durch unterschiedliche Uhrzeiten im Gütertransport oder bei Flug- oder Bahnverbindungen zu vermeiden. Die Uhren werden dabei immer am letzten Sonntag im März vor und am letzten Sonntag im Oktober wieder zurückgestellt. (Reuters, AFP, dpa)