• Siemens: Stellenabbau auch in Berlin Weltweit werden 6900 Arbeitsplätze gestrichen

Überregionales : Siemens: Stellenabbau auch in Berlin Weltweit werden 6900 Arbeitsplätze gestrichen

Berlin - Siemens streicht in Berlin 870 industrielle Arbeitsplätze in seinem Dynamo- und im Gasturbinenwerk. Der Dax-Konzern kündigte am Donnerstag an, er werde in Deutschland insgesamt 3360 Stellen im Kraftwerks- und Antriebsgeschäft abbauen, weltweit sollen es in den kommenden Jahren rund 6900 sein. Siemens begründet dies mit einem Einbruch der Nachfrage und massiven Marktverschiebungen.

Betriebsräte und die IG Metall, die seit Wochen gegen den erwarteten Personalabbau protestieren, kündigten massiven Widerstand an. In Berlin wollen Beschäftigte an diesem Freitag vor der Siemens- Hauptverwaltung in der Nonnendammallee demonstrieren.

Nach der Insolvenz von Air Berlin ist der Stellenabbau bei Siemens die zweite Hiobsbotschaft für die Berliner Wirtschaft innerhalb weniger Monate. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte am Donnerstag im Parlament, er habe im Einvernehmen mit den ostdeutschen Ministerpräsidenten an die Bundeskanzlerin und an Siemens-Vorstand Joe Kaeser geschrieben und darum gebeten, eine Perspektive für ostdeutsche Standorte zu schaffen. „Wir fordern dringend das Gespräch. Bei Einschnitten im Personalbereich müssen wir gemeinsam damit umgehen.“ Dies sei ein „erheblicher Einschnitt“ in die Industrielandschaft Ostdeutschlands. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich solidarisch mit den Beschäftigten: „Auch wenn der Markt für Großturbinen derzeit schwierig ist, muss Siemens besonders in Ostdeutschland investieren“, sagte er.

Siemens will unter anderem seine Werke in Görlitz (720 Mitarbeiter) und Leipzig (200) schließen. Siemens versicherte, dass das Berliner Dynamowerk trotz des massiven Stellenabbaus nicht geschlossen werden soll. Siemens hat in Berlin als größtem Produktionsstandort rund 11 500 Mitarbeiter. sib/mot

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