• Schwedische Polizei verhaftet zweiten Verdächtigen Trauer in Stockholm nach Anschlag. Mutmaßlicher Attentäter sollte 2016 abgeschoben werden

Überregionales : Schwedische Polizei verhaftet zweiten Verdächtigen Trauer in Stockholm nach Anschlag. Mutmaßlicher Attentäter sollte 2016 abgeschoben werden

Stockholm - Nach dem Lkw-Anschlag haben mehr als 20 000 Menschen in Stockholm ein Zeichen gegen Gewalt und Terror gesetzt. Bei einer Kundgebung auf einem zentralen Platz in der schwedischen Hauptstadt gedachten sie am Sonntag der vier Todesopfer mit einer Schweigeminute. Die Polizei geht davon aus, dass ein 39-jähriger Usbeke am Freitag mit einem Lkw in einer Einkaufsstraße in eine Menschenmenge gerast war. Der Mann hat sich nach Behördenangaben einer Abschiebung entzogen und Sympathien für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und andere „extreme Organisationen“ gezeigt. Die Ermittler nahmen derweil am Sonntag eine zweite Person unter Terror- und Mordverdacht fest. Dabei soll es sich um einen 17-jährigen Asylbewerber aus Russland handeln.

Bei dem mutmaßlichen Terroranschlag in der belebten Stockholmer Drottninggatan waren vier Menschen getötet worden, 15 wurden verletzt. Zwei der Toten stammten den Behörden zufolge aus Schweden, die anderen beiden aus Großbritannien und Belgien. Geschlecht und Alter der Opfer gab die Polizei aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht bekannt. Der Anschlag war nach London und St. Petersburg der dritte in Europa innerhalb von drei Wochen. Am Montag soll es eine landesweite Schweigeminute geben.

Die Beweislage gegen den am Freitag festgenommenen 39-Jährigen habe sich erhärtet, sagte Jan Evensson von der Stockholmer Polizei. „Die Ermittlungen laufen sehr gut.“ Den Ermittlern zufolge beantragte der Mann 2014 eine Aufenthaltsgenehmigung in Schweden. Im Juni 2016 entschied die Migrationsbehörde demnach, ihn auszuweisen. Da er das Land nicht verließ, wurde nach ihm gesucht. Der Verdächtige aus Usbekistan war am Samstag zum ersten Mal verhört worden. Ob er sich dabei zu seinem Motiv äußerte, wollte die Polizei nicht sagen. Die schwedische Polizei sucht weiter nach möglichen Helfern des mutmaßlichen Attentäters. „Wir haben viele Kontrollen durchgeführt und Wohnungen in Stockholm durchsucht“, sagte Evensson. „Ungefähr fünf“ Personen würden festgehalten. Etwa 500 Menschen seien befragt worden. Die schwedische Polizei will künftig verstärkt Präsenz zeigen. Zehn Tage lang sollen zudem alle Ausreisenden an den Grenzen kontrolliert werden. dpa