Überregionales : Schulz geht auf Distanz zu Rot-Rot-Grün

Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat sich nach der Wahlniederlage seiner Partei in Schleswig-Holstein deutlich von einer möglichen rot-rot-grünen Koalition im Bund distanziert. „Unter meiner Führung wird es nur eine Koalition geben, die pro-europäisch ist und die ökonomische Vernunft walten lässt“, sagte Schulz am Montag bei einem Auftritt vor der Industrie- und Handelskammer Berlin. „Ich bin ein Leben lang ein Realpolitiker gewesen“, fügte Schulz hinzu. Dies werde auch in Zukunft so bleiben: „Ich gebe Ihnen mein Wort.“

Der SPD-Chef reagierte damit wenige Tage vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen auf Warnungen führender Wirtschaftsvertreter vor einer Regierungsbeteiligung der Linkspartei. In NRW arbeitet SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft darauf hin, dass die Linkspartei den Wiedereinzug in den Landtag verfehlt. Beim linken Flügel der SPD gibt es allerdings weiterhin große Hoffnungen auf ein Linksbündnis nach der Bundestagswahl im September.

In Schleswig-Holstein begann unterdessen das Ringen um die Macht. Die FDP erteilte einer Ampel-Koalition unter dem bisherigen Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD) eine Absage. „Die Wahrscheinlichkeit für die Ampel tendiert gegen null“, sagte Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki. „Und unter der Führung von Torsten Albig ist sie wirklich ausgeschlossen.“ Rechnerisch ist in Kiel neben einer Ampel auch ein Jamaika- Bündnis aus CDU, Grünen und FDP möglich. Dieses Bündnis strebt CDU-Spitzenkandidat und Wahlsieger Daniel Günther an. Die Grünen würden zwar eine Ampel-Koalition vorziehen, schließen aber auch eine Zusammenarbeit mit CDU und FDP nicht aus. Als unwahrscheinlich gilt die Bildung einer großen Koalition mit der SPD als Juniorpartner. has/hmt