• Russlands Krieg gegen die Ukraine: Tote und Verletzte bei Raketenangriff auf Einkaufszentrum in Krementschuk
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Russlands Krieg gegen die Ukraine : Tote und Verletzte bei Raketenangriff auf Einkaufszentrum in Krementschuk

Am helllichten Tag trifft eine Rakete ein Einkaufszentrum in der Ukraine. Mehr als 1000 Menschen sollen dort sein. Die internationale Reaktion ist scharf.

Das brennende Einkaufszentrum in Krementschuk
Das brennende Einkaufszentrum in KrementschukFoto: dpa/Ukrainian State Emergency Service/Uncredited

Russland ist nach dem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Ostukraine scharf verurteilt worden. So sprachen die Teilnehmer des G7-Gipfels im bayerischen Elmau von einem Kriegsverbrechen und drohten Kremlchef Wladimir Putin mit Konsequenzen.

Bei der Attacke in der Stadt Krementschuk wurden am Montag wurden mindestens 18 Menschen getötet. Das schrieb der Gouverneur des Gebiets Poltawa, Dmytro Lunin, am Dienstagmorgen im Nachrichtendienst Telegram.

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Die Rettungs- und Aufräumarbeiten in der Stadt Krementschuk liefen in der Nacht weiter. Rund 60 Menschen wurden verletzt. Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft berichtete zudem am Montag von mehr als 40 Vermisstenmeldungen. Mindestens 16 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Russland bekennt sich zu dem Raketenangriff auf Telegram.

„Die Besatzer haben mit Raketen auf ein Einkaufszentrum geschossen, in dem mehr als tausend Zivilisten waren“, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj beim Nachrichtendienst Telegram. In einem Video, das unter anderem Selenskyj verbreitete, war ein brennendes Gebäude mit dicken dunklen Rauchwolken zu sehen. Zum Abend wurde der Brand örtlichen Behörden zufolge gelöscht. Ein von Gouverneur Lunin bei Telegram verbreitetes Video zeigte ein weitgehend ausgebranntes Gebäude, von dem hauptsächlich Betonpfeiler und eine Metallkonstruktion stehen blieben.

Die Rakete schlug am Montagnachmittag in das Gebäude ein. Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte zufolge sollen bei dem Angriff Luft-Boden-Raketen des Typs X-22 eingesetzt worden sein. Diese seien von Tu-22-Langstreckenbombern aus dem russischen Gebiet Kursk abgefeuert worden, hieß es. In der Nähe des Einkaufszentrums befinden sich mehrere Industrieanlagen, darunter eine Fabrik für Straßenbaumaschinen. Das russische Verteidigungsministerium behauptete, der Angriffe habe einem nahe gelegenen Waffendepot gegolten und das Feuer habe auf das angeblich leere Einkaufszentrum übergegriffen.

Der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Olexij Danilow, sagte, dass eine zweite Rakete in ein örtliches Sportstadion eingeschlagen sei.

Am Dienstag will der UN-Sicherheitsrat zu dem Thema beraten, wie Diplomaten in New York mitteilten. Das Treffen um 21 Uhr MESZ war auf Bitten der Ukraine anberaumt worden.

Russland wurde von führenden westlichen Politikern verurteilt.

„Willkürliche Angriffe auf unschuldige Zivilistinnen und Zivilisten sind Kriegsverbrechen. Der russische Präsident Putin und die Verantwortlichen werden dafür Rechenschaft ablegen müssen“, betonte der G7-Gipfel am Montagabend.

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„Russlands Attacke auf Zivilisten in einem Einkaufszentrum war brutal“, schrieb US-Präsident Joe Biden bei Twitter. „Dieser entsetzliche Angriff zeigt erneut, zu welchem Ausmaß an Grausamkeit und Barbarei der russische Staatschef fähig ist“, sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Rande des G7-Gipfels.

EU-Ratspräsident Charles Michel sprach von einem „schrecklich wahllosen“ russischen Raketenangriff. Die Einschüchterungstaktik Russlands werde aber nicht funktionieren, zeigte er sich bei Twitter überzeugt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete den Raketenangriff als „absoluten Horror“.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Monaten gegen die russische Invasion. Die Vereinten Nationen haben bisher über 4700 zivile Todesopfer erfasst, gehen aber wie die Regierung in Kiew von weitaus höheren Opferzahlen aus. (dpa)

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