• Potsdam sucht Nachfolger für Jakobs: Linke bringt rot-rotes Bündnis ins Spiel

Potsdam sucht Nachfolger für Jakobs : Linke bringt rot-rotes Bündnis ins Spiel

Potsdam - Nach der Entscheidung von Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), 2018 nicht noch einmal für das Amt des Rathauschefs zu kandidieren, suchen die Parteien in der Stadt nach Kandidaten für die Nachfolge.

Die SPD, die seit 1990 den Oberbürgermeister in der Landeshauptstadt stellt, will ihren Kandidaten erst nach der Bundestagswahl im Herbst präsentieren. Bei einem Parteitag im Juni soll zuvor das Verfahren festgelegt werden. Auch bei der CDU hat die Suche nach einem geeigneten Kandidaten begonnen. „Wir werden zu gegebener Zeit einen Vorschlag unterbreiten“, sagte CDU-Kreischef Steeven Bretz am Dienstag. FDP-Kreischefin Linda Teuteberg will dagegen für die Oberbürgermeisterwahl im November 2018 ein neues bürgerliches Bündnis schmieden. Die 35-Jährige bot der CDU und den Grünen dazu Gespräche an – doch beide Parteien reagierten reserviert auf die Avancen. Der Fraktionschef der Linken, Hans-Jürgen Scharfenberg, hält sich die Option auf eine Kandidatur offen. Der 62-Jährige war 2002 und 2010 bei den Oberbürgermeisterwahlen Jakobs unterlegen. „Ich habe nicht erwartet, dass Jakobs sich so schnell und so deutlich äußert“, sagte Scharfenberg am Dienstag. Der Linke-Kreischef Sascha Krämer schloss ein rot-rotes Bündnis für einen parteilosen Kandidaten nicht aus.

Die Landeshauptstadt Potsdam ist seit der Wende fest in der Hand der SPD: Auf Oberbürgermeister Horst Gramlich folgte der damalige Umweltminister und spätere Ministerpräsident Matthias Platzeck, der 2002 wiederum von Jakobs abgelöst wurde. Der 63-jährige Jakobs hatte am Montagabend bekannt gegeben, dass er Ende 2018 nicht für eine dritte Amtszeit antreten wolle. Er kündigte an, in den Ruhestand zu gehen. Er strebe keine weiteren politischen Ämter an, so Jakobs. HK/dpa