• Polizei ermittelt nach Stadionrandale Jakobs: Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun

Überregionales : Polizei ermittelt nach Stadionrandale Jakobs: Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun

Potsdam - Nach den gewalttätigen Krawallen beim Regionalderby SV Babelsberg gegen Energie Cottbus ermittelt die Polizei in 19 Fällen. 13 Beschuldigte seien namentlich bekannt, darunter Cottbusser und Babelsberger Fans, sagte ein Polizeisprecher. Die Strafanzeigen lauten auf Landfriedensbruch, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Körperverletzung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz. Die Partie stand wie berichtet am Freitagabend im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion kurz vor dem Abbruch. Zunächst hatten Cottbus-Fans den Platz gestürmt. Im Gästeblock ist mehrfach der Hitlergruß gezeigt worden, einige Energie-Fans waren vermummt. Bei der zweiten Unterbrechung schossen Cottbus-Anhänger Feuerwerk in den Block der Babelsberg-Fans, die daraufhin in den Gäste-Block zurückfeuerten.

Der SV Babelsberg 03 sprach in einer Erklärung von „volksverhetzenden und menschenverachtenden Artikulationen aus dem Gästeblock“. Der Vereinsvorstand will die Vorfälle aufarbeiten. „Dazu gehört auch die kritische Frage, warum nicht gegen die im Gästeblock teils massive Vermummung mehrerer Personen vorgegangen wurde“, erklärte die SVB-Spitze. Sie verwies auf die vor dem Spiel getroffenen umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), der mit einer Delegation der neuen Partnerstadt Sansibar im Stadion war, sagte dem TV-Sender RBB dagegen, es müsse nun geprüft werden, „ob die Personenkontrollen, die Sicherheitskontrollen nicht gründlicher stattfinden müssen“. Jakobs sagte zu den Gewaltszenen: „Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun.“ Babelsberg-Anhänger haben laut Polizei bei einem Fanmarsch außerhalb des Stadions nochmals Pyrotechnik gezündet. Es seien Steine gegen einen größeren Polizeiwagen geworfen worden. axf/dpa