Pass-Fälschungen : RBB: Stasi raubte zehntausende West-Identitäten

Nach Recherchen des ARD-Politikmagazins „Kontraste“ und des RBB-Politikmagazins „Klartext“ belegen rekonstruierte Stasi-Akten, dass die DDR-Staatssicherheit jahrzehntelang an der deutsch-deutschen Grenze heimlich Pässe von Bundesbürgern abfotografiert hat.

Potsdam – Danach war jeder zehnte Bundesbürger oder Westberliner davon betroffen. Insgesamt soll die Stasi mit Hilfe dieser Fotos rund 60 000 West-Pässe gefälscht haben. Mit diesen falschen Pässen reisten dann laut RBB inoffizielle Mitarbeiter der Stasi als Bundesbürger getarnt in westliche Länder. Die wahren Inhaber der Pässe wurden, ohne es zu wissen, währenddessen ständig von der Stasi observiert, um eine zufällige Enttarnung der Spione zu vermeiden. Das bestätigt der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, dem Sender. Der RBB berichtet von einem bislang ahnungslosen Ehepaar aus Westberlin, das Opfer eines solchen Identitätsraubes wurde. Mit der gestohlenen Identität des Ehemannes reiste ein Inoffizieller Mitarbeiter aus Jena für die Stasi durch Europa. Der Wissenschaftler – heute Professor an der Uni Jena – arbeitete für die Stasi etwa mit einem IM in Finnland. Der finnische IM ist heute angesehener Professor in Helsinki. Der Fall des finnischen IM sei brisant, weil Finnland bis heute behauptet, keine DDR-Agenten im Land gehabt zu haben. Die ARD sendet den Bericht heute um 21.15 Uhr. PNN

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