Netzwelt : Von der Oder an die Spree: „MOZ“ verlegt Mantelproduktion nach Berlin

Sonja Álvarez

Die „Märkische Oderzeitung“ (MOZ) wird einen Teil ihres Mantels künftig in Berlin produzieren und dafür eine Bürogemeinschaft mit der „Südwest Presse“ eingehen. Ziel sei eine „Verbesserung des redaktionellen Angebotes sowie eine Erleichterung für die Redakteure, die bereits jetzt ihren Wohnsitz in Berlin haben“, teilte der Verlag Neue Pressegesellschaft Ulm, in dem beide Zeitungen erscheinen, am Donnerstag mit.

Die „MOZ“ hat ihren Hauptsitz in Frankfurt an der Oder. Etwa 40 Prozent der Mantelredakteure seien jedoch Berliner und würden täglich pendeln, heißt es in der Mitteilung.

Der Verlag wird die Mantelproduktion allerdings nicht allein in die Hauptstadt verlegen, um seinen Mitarbeitern einen Gefallen zu tun. Hauptgrund für die Zentralisierung dürften vor allem die Kosten sein, die durch eine engere Kooperation beider Titel eingespart werden können. „Die Zusammenarbeit zwischen der Ulmer und Frankfurter Redaktion soll weiter ausgebaut werden“, erklärte der Verlag. Im Vordergrund stehe daher „eine Bündelung der Kräfte und ein besser abgestimmtes und umfangreicheres redaktionelles Programm, das ein besonderes Augenmerk auf die innenpolitische Entwicklung legt“. Zugleich solle aber der „Blick für die Eigenarten und Besonderheiten der jeweiligen Regionen“ geschärft werden. Doch der Verlag versicherte: „Synergieeffekte, die zu einem Personalabbau führen“, würden „als wenig praktikabel angesehen.“ Wie viele der insgesamt 98 „MOZ“-Redakteure künftig von Berlin aus arbeiten werden, teilte die Neue Pressegesellschaft nicht mit.

Die „MOZ“ erscheint mit zwölf Lokalausgaben, unter anderem in Beeskow, Bad Freienwalde und Bernau, ihre verkaufte Auflage liegt bei rund 81 000 Exemplaren. Erst seit Dezember 2012 ist sie mit ihrem Märkischen Verlags- und Druckhaus eine hundertprozentige Tochter der Neuen Pressegesellschaft, deren Geschäftsführer Thomas Brackvogel ist. Er wollte sich am Donnerstag ebenso wenig zu dem Umzug äußern wie „MOZ“-Chefredakteur Frank Mangelsdorf, der als Verfechter einer eigenständigen Mantelredaktion gilt. Sonja Álvarez