Netzwelt : Vom Free-TV ins Pay-TV: Wechsel zu Sky

Joachim Huber

Das Privatfernsehen hat er durch, das öffentlich-rechtliche Medium ebenfalls, jetzt ist das Pay-TV dran. Harald Schmidt wechselt von Sat 1 zu Sky. Frühestens von September an präsentiert er bei Sky Atlantic HD die „Harald Schmidt Show“. Sky Atlantic HD ist selbst noch nicht gestartet, das neue Angebot im Pay-TV-Reich von Sky wird vom 23. Mai an die besten Serien des US-Senders HBO zeigen. Dass Schmidt, wie Sky am Mittwoch stolz verkündete, „exklusiv“ für den Bezahlsender arbeiten wird, ist durchaus doppeldeutig. Exklusiv kann auch unsichtbar heißen, die Schmidt-Show in einem neuen Sky-Paket wird kaum messbare Quoten erreichen.

Harald Schmidt soll die neue Anstrengung des Bezahlsenders promoten, dass das Pay-TV jenseits des Live-Fußballs interessantes, attraktives Programm anbieten, sich vom Sport- und Filmsender zur All-inclusive-Station entwickeln will. Sky-Boss Brian Sullivan hat die Bundesliga-Rechte von der Saison 2013/14 für beinahe zwei Milliarden Euro eingekauft. Da braucht es mehr Abonnenten als die aktuell drei Millionen, da braucht es einen eindeutigen Einnahmeschub.

Das Schmidt-Engagement ist Teil dieser Strategie, mit der das Pay-TV auf Abstand zum Free-TV setzt. Sky will das andere Fernsehen sein, mit Exklusivitäten punkten. Außer bei Atlantik im Sky-Filmpaket wird Schmidts Late-Night über Sky Go und Sky Anytime verwertet und wird über iPhone, iPad und iPod Touch mobil.

Die Rahmenbedingungen für die Sendung, wie bisher produziert von der Kogel & Schmidt GmbH, sind besser, als sie bei ARD und Sat 1 waren. Die Show wird von Dienstag bis Donnerstag bereits um 22 Uhr 15 starten. Harald Schmidt machte zu seinem Wechsel nur wenige Worte: „Late Night bei Sky – für mich der Himmel auf Erden.“ Seinen Rauswurf bei Sat 1 kommentierte er nüchterner: „Schade“. Joachim Huber