Stichtag 30. April : Der Fernseh-Countdown

In der Nacht zu Dienstag wird das analoge Satelliten-TV abgeschaltet. Viele Zuschauer warten mit der Umstellung bis zuletzt.

Kurt Sagatz

Am 30. April endet in Deutschland der analoge Satellitenempfang. Und obwohl der Abschaltungstermin seit langem bekannt ist, warten offensichtlich viele TV-Zuschauer bis zuletzt, um sich für die eine oder andere Alternative zum analogen Satellitenempfang zu entscheiden. Nach letzten Zahlen des Satellitenbetreibers Astra von Februar wurde das Fernsehprogramm in Deutschland zum Jahreswechsel noch in 1,8 Millionen Haushalten über den analogen Satelliten empfangen. In Berlin waren 17 000 Haushalte betroffen, im Flächenland Brandenburg sogar 64 000 Haushalte. Mit Unwissenheit hat das wenig zu tun: In 85 Prozent der betroffenen Haushalte ist durchaus bekannt, dass gehandelt werden muss.

An Hinweisen und Aufrufen gibt es schließlich keinen Mangel: Besonders die öffentlich-rechtlichen Sender weisen mit unübersehbaren Laufbändern ständig auf den Termin hin. „Wissen wir doch längst“, heißt es dann von den entnervten Anrufern bei der Astra-Hotline.

 

DER ANALOG-DIGITAL-CHECK

Auf der Videotextseite 198 von ARD, ZDF, BR, RTL, Sat 1 und Pro 7 befindet sich der Analog-Digital-Check: Im besten Fall steht dort: „Sie empfangen Ihre Fernsehprogramme bereits digital oder sind als Kabelkunde nicht betroffen.“ Wird das Programm hingegen analog empfangen, steht dort der Hinweis: „Wenn Sie diese Seite sehen und Ihr Fernsehgerät über eine Satellitenempfänger angeschlossen ist, empfangen Sie ihre Fernsehprogramme analog.“ Beim analogen Satellitenempfang – zu erkennen an der dritten Buchse an der Antennensteckdose – muss nun die Technik erneuert werden. Stammt das Signal hingegen von einem analogen Kabelanschluss, ändert sich nichts. Für diesen Empfangsweg gibt es bislang kein Abschaltdatum. Im Kabel werden die verbliebenen analogen Kanäle parallel zu den Digital-Kanälen im Standardformat und denen im HD-Format ausgestrahlt.

WELCHE GERÄTE WERDEN GEBRAUCHT?

Die Satellitenschüssel selbst muss nicht ausgetauscht werden. Bei der Empfangseinheit an der Schüssel, dem Low Noise Blocker, kurz LNB genannt, muss es sich allerdings um einen Universal-LNB handeln, wie er seit 1997 standardmäßig verwendet wird. Außerdem wird am oder im Fernseher ein Empfänger für das digitale Satellitenfernsehen benötigt. Ältere (Röhren-)Fernseher können mit einer Settop-Box umgestellt werden. Einfache Dekoder gibt es ab 40 Euro. Zukunftsfähiger sind Settop-Boxen für den HD-Empfang. Um neben den unverschlüsselten HD-Programmen der öffentlich-rechtlichen Sender auch die verschlüsselten Privat-TV-Sender in HD empfangen zu können, muss die Box den HD+-Standard erfüllen. Entsprechende Geräte kosten ab 100 Euro, für den Empfang müssen vom zweiten Jahr an zusätzlich 50 Euro bezahlt werden. Beim Kauf eines neuen Fernsehers bietet ein Triple-Tuner für die drei klassischen Empfangswege Antenne, Satellit und Kabel die größte Flexibilität. Zudem sollte das Gerät über den Schacht für den CI+-Einschub verfügen. Nach der Analog-Abschaltung werden ab Mai allein zehn neue öffentlich-rechtliche HD-Kanäle zu empfangen sein. Insgesamt steigt die Zahl der HD-Sender bei Astra in diesem Jahr auf über 50. Ein Teil dieser HD-Sender wird allerdings über die Pay-TV-Plattform Sky ausgestrahlt.

 

WAS GILT FÜR MIETER?

Ist laut Mietvertrag der Vermieter für die TV-Versorgung zuständig und erfolgte dies bislang über den analogen Satellitenempfang, muss der Vermieter nach Ansicht des Mieterschutzbundes Berlin auch für den TV-Empfang nach dem 30. April sorgen. Geschieht dies durch Umstellung auf Digitalempfang, handelt es sich um eine Instandsetzung. Kosten dafür können nicht auf die Miete umgelegt werden. Anders verhält es sich, wenn es zuvor keine TV-Regelung im Mietvertrag gab und der Vermieter nun nachträglich zum Beispiel einen digitalen Kabelanschluss legt. Das gilt als Modernisierung und kann Mieterhöhungen nach sich ziehen.

 

ÜBERGANGSLÖSUNG DVB-T

Auch wenn die Uhr für die Umstellung läuft, muss sich niemand unter Druck setzen lassen. Ein preiswerter DVB-T-Empfänger für das kostenfreie digitale Antennenfernsehen mit seinen über 30 Programmen in der Region Berlin-Brandenburg ist eine probate Übergangslösung.

Weitere Informationen unter:

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