Rolling Stone berichtet : Lou Reed ist tot

Lou Reed, amerikanische Rocklegende und ehemaliger Frontmann der Gruppe Velvet Underground, ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Dies berichtet das amerikanische Rolling Stone Magazin.

Lou Reed ist tot.
Lou Reed ist tot.Foto: dpa

Der Rock-Pionier Lou Reed ist laut Medienberichten tot. Der Mitgründer der Band "Velvet Underground" sei im Alter von 71 Jahren in New York gestorben, berichtete am Sonntag der britische "Guardian" unter Berufung auf Reeds britischen Agenten. Zuvor hatte auch das Musikmagazin "Rolling Stone" den Tod des Musikers gemeldet. Die Todesursache des Sängers, Gitarristen und Komponisten sei noch nicht bekannt. Im Mai hatte Reed sich einer Lebertransplantation unterzogen.

Das erzählte damals Reeds Ehefrau, die Performance-Künstlerin Laurie Anderson, der britischen Zeitung "The Times". Der frühere Sänger und Songwriter der Band Velvet Underground ließ die Operation in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio vornehmen. Hits von Reed waren etwa "Walk on the wild side" und "Perfect day".

"Er lag im Sterben", sagte Anderson damals. Sie glaube nicht, dass ihr Mann sich "jemals vollständig erholen" werde.

Lou Reed wurde durch die Band Velvet Underground in den 1960er und 1970er Jahren bekannt, war aber auch als Solo-Musiker erfolgreich. 1992 sprach er einmal über seine Alkohol- und Drogenprobleme. "Ich habe versucht, von den Drogen loszukommen, indem ich getrunken habe", sagte er damals. "Das hat nicht geklappt." Laurie Anderson lebte seit 21 Jahren mit Lou Reed zusammen, seit fünf Jahren waren sie verheiratet. Zuletzt widmete er sich verstärkt neuen Projekten und arbeitete mit Künstlern, Theater- und Filmemachern wie Robert Wilson, Wim Wenders und Julian Schnabel zusammen sowie mit der Metal-Band Metallica.

Zahlreiche Kollegen und Prominente betrauerten den Tod des Musikers beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Mein Freund Lou Reed ist am Ende seines Songs angelangt", schrieb beispielsweise der Bestseller-Autor Salman Rushdie. "So traurig."

Sie sei ihm "extrem dankbar" für alles, twitterte die Schauspielerin Mia Farrow. Reeds Musik sei genau die seiner Generation und immer noch relevant, schrieb ihr Kollege Samuel L. Jackson. Und der Hip-Hop-Produzent Russell Simmons twitterte: "New York hat eines seiner größten Geschenke verloren."

Die von Großstadt-Erfahrungen geprägten Texte Reeds über Sex, Gewalt und Drogen kombiniert mit dem Hang seines Bassisten John Cale zu Klangexperimenten ergaben den charakteristischen düster-schrägen Sound der Band. Der stand damals vollkommen konträr zu den heiteren Klängen der Flower-Power-Bewegung.

Das erfolgreiche und von der Kritik gelobte Album "Loaded" - das deutlich Reeds Handschrift trägt - kam erst kurz nach dessen Bandausstieg 1970 auf den Markt. Stücke wie "Sweet Jane" oder "Rock'n'Roll" wurden zu Klassikern in seinem Repertoire. Legendär sind auch seine Soloalben "Transformer", "Metal Machine Music" sowie seine Comeback-CD "New York". 1996 wurde Reed als Mitglied von Velvet Underground in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. (dpa/AFP)