• Nach Häufung von Masern-Erkrankungen: Spahn für Impfpflicht in Kitas und Schulen

Nach Häufung von Masern-Erkrankungen : Spahn für Impfpflicht in Kitas und Schulen

Der Gesundheitsminister hält es für rechtlich möglich, eine Impfpflicht in Gemeinschaftseinrichtungen umzusetzen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei der CDU-Landtagsfraktionssitzung in Düsseldorf.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei der CDU-Landtagsfraktionssitzung in Düsseldorf.Foto: Federico Gambarini/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für eine Masern-Impfpflicht in Kitas und Schulen ausgesprochen. „Aus meiner Sicht macht es bei Gemeinschaftseinrichtungen Sinn“, sagte Spahn am Dienstag am Rande einer CDU-Landtagsfraktionssitzung in Düsseldorf.

Zudem solle „idealerweise auch medizinisches Personal“ gegen Masern geimpft sein. Rechtlich halte er es für möglich, eine Impfpflicht in Gemeinschaftseinrichtungen umzusetzen. Es handele sich zwar um einen Eingriff in die Freiheit, aber die Aufklärungskampagnen in den vergangenen Jahren hätten nicht so gefruchtet wie erwartet. Immer noch sei die Zahl der Masern-Neuerkrankungen zu hoch.

Zuvor hatte sich auch die SPD für eine Impfpflicht ausgesprochen. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte allerdings, seine Partei setze sich darfür sein, dass die Impfpflicht auf Masern beschränkt werde.

Spahn sagte, er sehe inzwischen nicht nur eine gesellschaftliche Akzeptanz für eine Impfpflicht in Kindergärten und Schulen, sondern auch parteiübergreifende Zustimmung dafür. Gerade in Gemeinschaftseinrichtungen gehe es um Verantwortung nicht nur für das eigene Kind, sondern für alle. Ab kommender Woche werde die große Koalition in Berlin über eine Impfpflicht sprechen. „Wenn man will, kann man eine solche Regelung zügig umsetzen.“ Ihm sei es „wichtig, dass es am Ende eine Entscheidung ist, die auch breit mitgetragen wird“.

Masern seien nicht nur eine Gefährdung für Kinder, sondern auch für nicht geimpfte Erwachsene, sagte Spahn. „Ich würde gern eine Regelung haben, dass ungeimpfte Eltern sich freiwillig gleich mitimpfen lassen.“ (dpa)