• Mehr Ermittler gegen Terror in Brandenburg Polizei wird für Häuserkampf geschult

Überregionales : Mehr Ermittler gegen Terror in Brandenburg Polizei wird für Häuserkampf geschult

Alexander Fröhlich

Potsdam - Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke stockt die Antiterroreinheit des Landeskriminalamtes (LKA) deutlich auf. Das Dezernat „Ermittlung und Auswertung Islamismus“ bekommt zu den bisher 20 Beamten weitere 20 hinzu, sagte Mörke am Freitag in Potsdam. Derzeit würden von der Einheit 23 Verfahren zum Verdacht auf Bildung oder Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung bearbeitet. Der größte Teil der Fälle sei erst 2017 hinzugekommen. Zwar habe sich die Zahl der Gefährder nur unwesentlich erhöht, sie liegt zwischen zehn und 15. Dennoch sei der Aufwand für die Ermittler gestiegen. Im Fokus stehen Iraker, Syrer und Tschetschenen.

Zugleich lässt Mörke die Brandenburger Polizei angesichts der anhaltenden Terrorgefahr weiter aufrüsten. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) habe dies gerade erst per Erlass abgesegnet. Demnach sollen künftig weitaus mehr Beamte auf einen Terrorfall wie in Paris mit schwer bewaffneten Angreifern vorbereitet werden. So sollen Brandenburgs Polizisten auch im taktischen Häuserkampf geschult werden. Dazu gehört auch eine abgeschwächte Sanitäterausbildung, um verletzte Beamte im Einsatz versorgen zu können, bis Rettungskräfte eintreffen.

Statt nur ein Streifenwagen sollen künftigen zwei Streifenwagen pro Inspektion mit der Maschinenpistole MP7, Schutzausrüstung und Schutzhelmen ausgestattet werden. Zudem werden die neuen Waffen mit Nato-Munition ausgestattet. Damit sollen sie für den Ersteinsatz bis zum Eintreffen des Spezialeinsatzkommandos ausreichend gerüstet sein.

Der Aufbau des Spezialeinsatzkommandos von 45 auf 60 Beamte läuft, allerdings seien nur die wenigsten der zahlreichen Bewerber auch geeignet, so Mörke. Der Kauf der neuen Ausrüstung für das SEK – mit Maschinengewehr G36, Westen der höchsten Schutzklasse und Titanhelmen – ist abgeschlossen. Man sei bei der Ausstattung auf dem gleichen Niveau wie Bayern, sagte Mörke. Es handle sich nicht um eine Militarisierung der Polizei, sagte der Behördenpräsident. „Ich habe das Leben der Menschen zu schützen“, sagte er. Alexander Fröhlich

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