Überregionales : Krebskranke SPD-Expertin fordert Golzes Rücktritt

Potsdam - In Brandenburgs Pharmaskandal gibt es aus der Landes-SPD die erste offene Rücktrittsforderung gegen Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke). Die Potsdamer Gesundheitsexpertin Christine Färber, die viele Jahre Mitglied des SPD-Landesvorstandes war und selbst an Krebs erkrankt ist, sagte im PNN-Interview: „Ministerin Golze hätte schon längst abtreten müssen.“ Als Krebspatient überlebe man nur, wenn das System aus Ärzten, Krankenhäusern, Medikamenten funktioniere. „Plötzlich ist dieses Grundvertrauen erschüttert. Das ist die eigentliche Dimension dieses Megaskandals.“ Das System sei am wundesten Punkt ausgehebelt worden, „und zwar auch, weil in Brandenburg eine Ministerin ihren Laden nicht im Griff hatte“. Es sei dilettiert worden. Färber lehrt an einer Hamburger Hochschule, wo sie bis 2017 das Department Gesundheitswissenschaften leitete.

Unterdessen untersagte das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit der Firma Lunapharm erneut den Betrieb. In den neuen Bescheid flossen auch jüngste Behördenerkenntnisse ein, wonach Lunapharm 2018 auch mit gestohlenen Krebsmitteln aus Italien handelte; wie berichtet gibt es Spuren zur Mafia. Ein vorheriger mangelhafter Bescheid wurde aufgehoben. thm

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