Wegen Israelkritik : Jüdisches Filmfestival trennt sich von Unterstützern

Der New Israel Fund steht der israelischen Regierung kritisch gegenüber. Nun schränkt das Jüdische Filmfestival die Zusammenarbeit mit der Organisation ein.

Festivalchefin Nicola Galliner und Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für Jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus 2018 vor eine Plakatwand mit Logos der Kooperationspartner.
Festivalchefin Nicola Galliner und Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für Jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf...Foto: imago images/APP-Photo

Laut einem Bericht des Spiegels hat sich das Jüdische Filmfestival Berlin-Brandenburg von einem israelkritischen Unterstützer getrennt. Wie ein Sprecher des New Israel Fund (NIF) bestätigte, kooperiert das Festival nicht länger mit der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation.

Der NIF sollte eigentlich im September offizieller Partner des Filmfestivals werden und in allen Veröffentlichungen genannt werden. Doch die Festivalleitung habe das Kooperationsangebot zurückgezogen. Das sagte Ofer Waldman, Deutschland-Chef des NIF, dem Spiegel. „Wir können bestätigen, dass das Kooperationsangebot seitens des Jüdischen Filmfestivals Berlin-Brandenburg an den NIF-Deutschland überraschend zurückgezogen wurde.“ Als Grund sei „die aktuelle, aufgeladene Atmosphäre um jüdisch-israelische Themen“ genannt worden.

Spätestens seit der Bundestagsresolution gegen die antiisraelische Boykottbewegung BDS im Mai und dem Rücktritt von Peter Schäfer als Direktor des Jüdischen Museums in Berlin treibe Organisationen wie den New Israel Fund die Sorge um, dass Kritik an der israelischen Regierung als antisemitisch gebrandmarkt werden könnte, heißt es. „Wir haben stets davor gewarnt, dass die Dynamik der letzten Entwicklungen zu einer Atmosphäre der Einschüchterung und der Selbstzensur führen wird“, so Ofer Waldman im Spiegel. Für diese Atmosphäre sei aber nicht das Festival verantwortlich. Dass diese Dynamik nun eine Organisation wie den NIF treffe, sei jedoch ein alarmierendes Zeichen.

Die Leitung des Jüdischen Filmfestivals wollte dem Bericht zufolge den Vorgang weder dementieren noch bestätigen. Sie habe lediglich mitgeteilt, es werde während des Festivals eine Diskussion mit NIF-Deutschland-Chef Waldman geben.

Das 24. Jüdische Filmfestival Berlin-Brandenburg findet vom 8. bis 17. September in Berlin und Potsdam statt. (epd)