Nach Tierschutz-Skandal : Brandenburger Schlachthöfe sollen stärker kontrolliert werden

Brandenburgs Verbraucherschutzministerin hat verstärkte Kontrollen auf Schlachthöfen angekündigt. Auch sollen regionale Schlachtbetriebe gestärkt werden.

Zuletzt hatten die Zustände in einem Betrieb in Neuruppin Aufsehen erregt. (Symbolbild)
Zuletzt hatten die Zustände in einem Betrieb in Neuruppin Aufsehen erregt. (Symbolbild)Foto: imago images / F. Anthea Schaap

Nach den Verstößen eines Neuruppiner Schlachthofs gegen das Tierschutzrecht hat Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne), die auch für Veterinäraufsicht und Tierschutz zuständig ist, verstärkte Kontrollen auf Schlachthöfen angekündigt.

In dem Betrieb in Neuruppin habe es ein „klares Organisationsverschulden“ gegeben, sagte sie am Mittwoch im Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Potsdamer Landtags. „Das konterkariert die Bemühungen, regionale Schlachtbetriebe an den Start zu bringen.“

Bauernpräsident Henrik Wendorff kritisierte unterdessen das Vorgehen des Deutschen Tierschutzbüros, das die Verstöße auf dem Schlachthof in Neuruppin als Erstes aufgedeckt hatte. Weil das Bildmaterial der Tierquälerei erst nach über zwei Wochen den zuständigen Behörden übergeben wurde, habe man weiteres Tierleid billigend in Kauf genommen.

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Das Tierschutzbüro habe ferner „mutmaßlich mittels GPS-Tracker“ die Auslieferungsfahrzeuge des Schlachthofs verfolgt, „was bereits für sich genommen eine enorme kriminelle Energie erfordert.“

Zudem setze es Kunden und Lieferanten des Schlachthofs unter Druck. Jegliche Änderungen der Geschäftsbeziehungen seien diesen nicht möglich, da es keine weiteren Schlachtkapazitäten gebe. Vielmehr sei die Landwirtschaft auf regionale Kapazitäten angewiesen.