Batterieproduktion in Brandenburg : BASF will mit Porsche in Schwarzheide kooperieren

Der Chemiekonzern will mit dem Autohersteller zusammenarbeiten. Batteriematerial für E-Autos soll künftig aus der Lausitz kommen.

Thorsten Metzner
Der Blick über das Gelände der BASF Schwarzheide GmbH.
Der Blick über das Gelände der BASF Schwarzheide GmbH.Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

In vollelektrischen Porsche-Sportwagen werden künftig Kathodenmaterialien aus der Lausitz eingesetzt. Diese Kooperation hat der BASF-Konzern jetzt bekannt gegeben – mit ausdrücklichem Verweis auf die neue Batteriematerialienfabrik, die derzeit am Standort Schwarzheide für 500 Millionen Euro errichtet wird.

Diese ist – nach der Gigafactory für E-Autos und Batteriezellen von Tesla in Grünheide – aktuell die größte Energiewende-Investition in Brandenburg. Die Nachricht von der Porsche-BASF-Allianz fügt sich in den Kurs der von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geführten Kenia-Regierung aus SPD, CDU und Grünen in Brandenburg ein, das frühere Braunkohleland zum Vorreiter in Deutschland für klimaneutrale Industrie, für die Verbindung von Wertschöpfung und Klimaschutz, zu machen.

„Die Wertschöpfung, die in der Lausitz generiert werden kann, wächst durch die Entscheidung von Porsche“, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) dem Tagesspiegel. „Die Entscheidung der BASF, die Kathodenmaterialproduktion in der Lausitz auszubauen, gewinnt immer mehr an Bedeutung.“ Er gratuliere der BASF zu dieser „wegweisenden Kooperation“ mit Porsche.

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Zuvor hatten Porsche und BASF die Kooperation verkündet, die Bestandteil der E-Offensive des Sportwagenbauers ist. Porsche will in Tübingen bis 2024 eine Fabrik für in 15 Minuten aufladbare Hochleistungsbatterien errichten, für deren Belieferung die BASF nun einen Zuschlag bekam. „Leistungsstarke Fahrzeuge brauchen leistungsfähige Batteriezellen“, heißt es in einer BASF–Mitteilung.

Man sei „stolz darauf“, dass die Porsche AG die BASF für „ihre Lithium-Ionen-Batterie der nächsten Generation ausgewählt hat.“ Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werde man „hochenergetische Kathodenaktivmaterialien für Hochleistungsbatteriezellen liefern, die ein schnelles Laden und eine hohe Energiedichte ermöglichen.“

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Mit den Produktionsanlagen im finnischen Harjavalta und für Kathodenaktivmaterialien in Schwarzheide könne die BASF „ab 2022 Batteriematerialien mit einem branchenführend niedrigen Kohlenstoff-Fußabdruck anbieten.“ Die 2020 auf den Weg gebrachte neue Anlage im Chemiewerk Schwarzheide hat die Kapazität, Kathoden-Material für 400 000 Elektro-Autobatterien jährlich zu liefern.

Inzwischen hat die BASF schon die nächste Investition am Standort angekündigt – nämlich eine europaweite Pilotanlage für Batterierecycling.

Dort soll ab 2022 wertvolles Lithium aus alten Akkus von Elektroautos zurückgewonnen werden. Das BASF-Werk in Schwarzheide ist mit 1750 direkten und 1700 indirekten Mitarbeitern einer der großen industriellen Leuchttürme der Lausitz und des ganzen Landes.