Überregionales : Immobilien in Potsdam teuer wie nie

Th. Metzner

Potsdam – In Potsdam müssen Häuslebauer, Käufer von Eigenheimen und Eigentumswohnungen so tief in die Tasche greifen wie nie. Das geht aus dem am Mittwoch in Potsdam vorgestellten Grundstücksmarktbericht 2016 für das Land Brandenburg hervor, der auch für das Berliner Umland neue Rekordwerte ausweist. „Der Boom geht weiter“, sagte Innenstaatssekretärin Katrin Lange (SPD).

Spitzenreiter bleibt Brandenburgs Landeshauptstadt. Hier wurden bei Immobilienverkäufen 2016 erstmals mehr als eine Milliarde Euro gezahlt, ein Drittel des Gesamtumsatzes in Brandenburg. „Aufgrund der anhaltenden Nachfrage erreichten die Baulandpreise in allen Stadtgebieten neue Höchststände“, heißt es im Bericht. Die Investition in die Wachstumsregion Potsdam verspreche „gute Renditechancen bei überschaubarem Risiko.“ Es gebe „weiterhin eine steigende Preistendenz.“ Innerhalb Brandenburg wächst die Wohlstandskluft, die Preise im Umland sind etwa drei Mal so hoch wie in der Peripherie. Im Schnitt kostete 2016 ein Einfamilienhaus innerhalb des Autobahnringes rund 276 800 Euro, in Potsdam 575 000 Euro, im weiteren Metropolenraum nur 113 600 Euro. Eine Baulandparzelle kostete im Umland im Schnitt 134 Euro je Quadratmeter (2015: 107), für ein Reihenhaus erhöhte sich der durchschnittliche Kaufpreis auf 231 100 Euro (2015: 195 700 Euro). Auch um den künftigen Hauptstadt-Flughafen BER in Schönefeld bleibt der wegen der absehbaren Lärmbelastungen prophezeite Wertverfall aus. Auch dort steigen die Preise. Schnäppchen gibt es nur noch weit weg von Berlin.

Brandenburg verdient unterdessen kräftig mit, zumal die rot-rote Regierung die Grunderwerbssteuer 2015 auf 6,5 Prozent erhöht hat. 2016 nahm das Land 315,9 Millionen Euro an Grunderwerbssteuer ein. Familien, die sich hier ein Haus bauen, zahlen an den Fiskus mehr als doppelt so viel wie in Sachsen. Th. Metzner

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