Überregionales : Henkel wirft Platzeck Ego-Trip vor

Potsdam - Berlins Innensenator und CDU-Landeschef Frank Henkel hat Brandenburgs Ministerpräsisdenten Matthias Platzeck (SPD) wegen der Annahme des Volksbegehrens für eine strengeres Nachflugverbot am neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) in Schönefeld scharf angegriffen. Henkel, der im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft sitzt, warf Platzeck, der im Januar den Vorsitz des Kontrollgremiums übernommen hat, vor, mit dem unabgestimmten Alleingang in Sachen Nachtflugverbot einen „verantwortungslosen Ego-Trip“ gemacht zu haben. „Mit dieser Haltung wird sich Brandenburg eine blutige Nase holen“, sagte Henkel. Auch der fraktionslose Brandenburger Bundestagsabgeordnete Wolfgang Neskociv kritisierte Platzeck. „Vieles deutet darauf hin, dass es sich bei der Ankündigung, das Volksbegehren anzunehmen, letztlich um ein politisches Täuschungsmanöver handelt“, schreibt Neskovic in einem Namensbeitrag für die PNN. Platzeck kündigte indes eine rasche Lösung des Streits über ein strengeres Nachtflugverbot am BER an. Zügige Verhandlungen mit Berlin und dem Bund sind geplant. Brandenburg will das bisher geplante Flugverbot von 0 Uhr bis 5 Uhr auf die Zeit von 22 bis 6 Uhr ausweiten. Platzeck braucht zur Umsetzung aber die Unterstützung Berlins – das die Pläne ablehnt. Platzeck dämpfte auch die Erwartungen: „Ich erwarte am Ende keinen Jubel. So ist das nun mal bei Kompromissen“, sagte der SPD-Politiker. „Es kann nur einen gemeinsamen Kompromiss geben. Brandenburg strebt keinen Alleingang an.“ Am Mittwoch wird der Landtag in Potsdam mit rot-roter Mehrheit über das erstmals erfolgreiche Volksbegehren für mehr Nachtruhe entscheiden.dpa/axf