Überregionales : Heilmann: BER-Startbahn in Sperenberg

Berlins Ex-Justizsenator Heilmann fordert wegen Engpässen in Schönefeld Flughafen-Satelliten

Ulrich Zawatka-Gerlach Klaus Kurpjuweit

Berlin - Der Berliner CDU-Politiker und ehemalige Justizsenator Thomas Heilmann will Mitte der 1990er Jahre versenkte Pläne für einen Flughafen in Sperenberg (Teltow-Fläming) reaktivieren. In einem Interview mit dieser Zeitung kritisierte Heilmann, dass es für den Ausbau des BER an mittel- und langfristigen Lösungen fehle. Die bisher bekannten Komponenten für den Ausbau des Flughafens seien deutlich zu defensiv. Auf Dauer sei auch eine dritte Startbahn notwendig, die nicht in Schönefeld, sondern in Sperenberg (Teltow-Fläming) oder einer vergleichbaren Region gebaut werden könne. „Wohlgemerkt – kein neuer Flughafen, nur eine per Schiene angeschlossene Startbahn“, sagte er. Dort könne der Interkontinental-Flugverkehr in einem 24-Stunden- Betrieb abgewickelt werden. Im Gegenzug könne der BER zwischen 24 und 6 Uhr „im Sinne der Nachtruhe der Anwohner“ zugemacht werden.

Der BER benötige erst einmal auch weitere Terminals für die Abfertigung der Passagiere. Doch auf Dauer reichten zwei Start- und Landebahnen nicht aus. Berlin sei für die Zukunft des Flugverkehrs nicht ausreichend gerüstet, „und die Probleme werden nicht einfacher, wenn wir sie der nächsten Generation ungelöst weiterreichen“, sagte Heilmann

Zugleich setzt der CDU-Politiker auf einen längeren, aber zeitlich begrenzten Weiterbetrieb in Tegel auch nach der BER-Eröffnung. Dem Berliner Senat war er in diesem Zusammenhang „Unvermögen und Vertuschung in Sachen Flughafen“ vor. Beim Volksentscheid zur Offenhaltung des Flughafens Tegel komme dies nun „voll ins Rampenlicht der Öffentlichkeit“, sagte Heilmann. „Die Bürger fühlen sich aus meiner Sicht zu Recht belogen.“ Die Behauptung, wenn Tegel nicht schließe, könne der Flughafen BER nicht eröffnet werden, stimme so nicht.

Trotzdem spricht sich Heilmann dagegen aus, den Flughafen Tegel dauerhaft in Betrieb zu halten. Die FDP mache den Bürgern mit dieser Forderung unrealistische Hoffnungen. „Die vom Fluglärm betroffenen Anwohner werden klagen und gewinnen.“ Es sei aber voraussichtlich möglich, den City-Airport nach der Eröffnung des BER zeitlich befristet offen zu halten. Heilmann hält dies für dringend geboten, weil der neue Flughafen in Schönefeld bei seiner Eröffnung – die 2018 nicht stattfinden werde – unter Kapazitätsengpässen leiden werde. So könne Zeit gewonnen werden für eine Erweiterung des BER. „Es spricht einiges dafür, dass dies juristisch machbar wäre.“

Die Berliner CDU lässt derzeit ihre Mitglieder abstimmen, ob der Flughafen Tegel in Betrieb bleiben soll. Mit seinem Vorschlag einer zeitlich befristeten Offenhaltung befeuert Heilmann auch die innerparteiliche Debatte. Als Berliner Regierungspartei bis 2016 hatte die CDU den Weiterbetrieb abgelehnt. (mit axf)

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