Überregionales : Grüne halten Steuerformulare für frauenfeindlich

Berlin - Es ist ein Genderkampf der besonderen Art: Der Bund der Steuerzahler und die Grünen wollen mehr Geschlechtergerechtigkeit auf den Steuerformularen. Sie stört, dass auf dem Hauptvordruck zur Einkommensteuererklärung stets der Mann zuerst genannt wird, wenn Ehepaare zusammenveranlagt werden. Auch wenn die Frau mehr verdient, kommt sie erst an zweiter Stelle. „Es wird Zeit, dass Frauen auch in den Köpfen von Steuerbeamten gleichgestellt werden“, sagte Lisa Paus, Sprecherin für Steuerpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, dem Tagesspiegel. Der Bund der Steuerzahler ist bereits im Finanzministerium mit Änderungsvorschlägen vorstellig geworden. „Statt Ehemann beziehungsweise Ehefrau könnte einfach Ehepartner A beziehungsweise B abgefragt werden, damit die Eheleute selbst entscheiden können, wer zuerst und wer als zweiter Partner eingetragen wird“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel. Nach Tagesspiegel-Informationen ist bereits seit 2015 eine Arbeitsgruppe auf Länderebene damit befasst, eine Lösung zu finden. Da eine Umstellung der Formulare aber auch eine Änderung in der Software der Finanzämter nötig machen würde, sei vorerst nicht mit einer Reform zu rechnen, hieß es aus der Finanzverwaltung. hej