Überregionales : Gründerin von Moschee unter Polizeischutz

Berlin - Die Anwältin und Mitbegründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, Seyran Ates, erhält verstärkten Personenschutz rund um die Uhr. „Ich bin vom Landeskriminalamt hochgestuft worden“, sagte Ates dieser Zeitung. Sie habe in den sozialen Medien mehr als 100 Morddrohungen erhalten. Das Landeskriminalamt ist für die Gefährdungsanalyse verantwortlich.

In den sozialen Medien waren noch am Sonntag Diffamierungen, Verunglimpfungen und Einträge zu lesen, dass Ates „in der Hölle brennen“ solle. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) reagierte scharf auf die Morddrohungen gegen Ates. Die von Ates gegründete liberale Moschee habe sich der „Freiheit der Glaubensausübung“ verschrieben. „Wir setzen uns auf verschiedenen Ebenen dafür ein, Räume zu schaffen, die Orte der Verständigung im interreligiösen Dialog sein können.“ Dass die Initiatorin Ates für ihr Engagement Zielscheibe von Hasskommentaren und Morddrohungen werde, „ist nicht hinnehmbar“, so Müller. „Zu unserem Selbstverständnis als Stadt der Freiheit gehört, dass niemand für sein Engagement im Sinne des Grundgesetzes bedroht wird.“ PNN

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