• Großbritannien: Mutmaßliche Terroranschläge in London - was wir bisher wissen

Großbritannien : Mutmaßliche Terroranschläge in London - was wir bisher wissen

Vor dem Parlamentsgebäude in London sind am Mittwoch Schüsse gefallen. Die Polizei spricht von einem "terroristischen Vorfall."

Robert Klages Laura Hofmann
In der Nähe des Londoner Parlaments sind am Mittwoch Schüsse gefallen.
In der Nähe des Londoner Parlaments sind am Mittwoch Schüsse gefallen.Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa

London - Bei zwei Vorfällen in London sind nach Polizeiangaben am Mittwochnachmittag mindestens sieben Menschen verletzt worden. Eine Frau soll tot sein, meldet die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf medizinisches Personal im Londoner Krankenhaus St. Thomas'. Auch der Guardian berichtet von einer Toten und zitiert eine Ärztin, die diese Information bestätigt.

„Wir behandeln dies als einen terroristischen Vorfall, bis wir etwas anderes wissen“, teilte Scotland Yard am Mittwoch auf Twitter mit.

Ein Polizeisprecher bestätigte am späten Nachmittag, dass ein Angreifer vor dem Parlamentsgebäude in der britischen Hauptstadt einen Polizisten mit einem Messer verletzt hat. Der Angreifer wurde daraufhin von der Polizei angeschossen, sagte ein Vertreter des Parlaments. Zuvor hat ein Autofahrer auf der Westminster Bridge Menschen verletzt. Ob es sich dabei um den Angreifer vor dem Parlament handelte, bestätigte der Polizeisprecher nicht.

Zeugen sollen Videos und Fotos an Ermittler schicken

Die britische Polizei hat Zeugen aufgerufen, Filmaufnahmen und Fotos an die Ermittler zu senden. Per Twitter verwies sie auf einen entsprechenden Link zur Übermittlung von Hinweisen. Gleichzeitig rief die Polizei zur Zurückhaltung auf und bat darum, keine Bilder und Videos von Verletzten in Umlauf zu bringen. Auf Fotos von Nachrichtenagenturen sind mehrere blutende und verletzte Menschen zu sehen, die in der Nähe des Parlaments auf dem Boden liegen. Das Parlamentsgebäude wurde abgesperrt, ein Polizeihubschrauber landete davor. Ein Sprecher des Unterhauses sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Abgeordneten seien angewiesen worden, das Parlamentsgebäude nicht zu verlassen.

In London herrscht die zweitgrößte Terrorwarnstufe, die U-Bahnstation "Westminster-Station" wurde geschlossen, der Verkehr ist lahmgelegt. Die britische Premierministerin Theresa May befindet sich in Sicherheit. Das teilt ein Sprecher mit. Königin Elizabeth II. hat sich während der mutmaßlichen Terrorangriffe am Londoner Parlament im Buckingham-Palast aufgehalten. Die Fahne, die ihre Anwesenheit des britischen Staatsoberhaupts anzeigt, war am Mittwoch gehisst.

Die Bundesregierung hat sich mit dem Vereinigten Königreich solidarisch gezeigt. „Unsere Gedanken sind bei unseren britischen Freunden“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin über den Kurznachrichtendienst Twitter. Er hoffe, dass jetzt jeder sicher sei und dass alle Verletzten voll genesen. Auch der Chefunterhändler der EU für die Brexit-Verhandlungen, Michel Barnier, drückte im EU-Parlament seine Solidarität mit den Bürgern und Behörden Großbritanniens aus. (mit dpa, AFP, Reuters)

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