Überregionales : Gauland und Weidel führen AfD in die Bundestagswahl

Berlin - Die Alternative für Deutschland hat sich nach einem turbulenten Parteitag auf ein Spitzenduo für den Bundestagswahlkampf geeinigt. Gut 67 Prozent der Delegierten sprachen sich für Parteivize Alexander Gauland und die baden- württembergische Spitzenkandidatin Alice Weidel aus. Damit entschied die AfD einen monatelangen Führungsstreit, der vor allem Parteichefin Frauke Petry geschadet hatte. Die hatte zuletzt auf eine Kandidatur verzichtet. Ihr Antrag, die rechtspopulistische Partei auf einen realpolitischen Kurs zu zwingen, war von den Delegierten nicht einmal zur Diskussion zugelassen worden.

Mit Weidel gibt sich die AfD kurz vor der Bundestagswahl ein neues Gesicht. Die 38-jährige Ökonomin, die offen mit ihrer Homosexualität umgeht, inszeniert sich als wirtschaftsliberal, beschimpfte aber Flüchtlinge aus Nahost auch schon als „Millionenheer von ungebildeten Migranten“, denen eine „Rundumsorglos- Vollversorgung“ finanziert würde. Der 76-jährige Gauland wird dem rechtsnationalen Flügel der Partei zugerechnet. Die AfD dürfte damit weiter nach rechts rücken. Eine Abgrenzung gegen Rassismus hatte der Parteitag abgelehnt. sny