Fußball Confed Cup : Kuscheln mit der Fifa

Wieder Ärger um die Meinungsfreiheit in Russland: Beim Confed Cup 2017 dürfen Journalisten nicht uneingeschränkt berichten. Am besten wohl nur über flotte Spiele, vielleicht noch Kirchen oder Museen in der Umgebung. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist empört. „Ich werde mich bei der Fifa-Ratssitzung am 9. Mai dafür einsetzen, dass die beim Confed Cup akkreditierten Journalisten frei berichten können“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. Es geht um Passagen in den Akkreditierungs- und Visumsunterlagen für den Confed Cup Mitte Juni, die an akkreditierte Journalisten verschickt werden. Dort heißt es, Medienvertreter mit einer Akkreditierung für den Fifa Confed Cup dürften ausschließlich über den Fifa-Konföderationen-Pokal 2017 und damit verbundene Ereignisse berichten. Sie dürften nur auf dem Gebiet der Spielorte und nahe liegender Sehenswürdigkeiten tätig sein.

Man kann auch Maulkorb dazu sagen. In der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen nimmt Russland den Platz 148 ein. Selbst für die Olympischen Sommerspiele in Peking galten solche Vorschriften nicht. Möglicherweise reagiert Russland auf Journalistenberichte während der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Dort wurde, Stichwort Ukrainekrieg, auch über nicht olympische Themen berichtet.

Demokratischer Verband oder korrupte Organisation? Es ist nicht das erste Mal, dass die Fifa sich unbeliebt macht. Oder anders ausgedrückt, aus russischer Sicht: beliebt. „Die Fifa lässt sich hier vor den Karren einer menschenrechtsfeindlichen Regierungspolitik spannen, indem sie Journalisten massiv in ihrer Arbeit behindert“, kritisierte Frank Überall, Bundesvorstand des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), den Weltfußballverband. Man müsse darüber nachdenken, ob man solche Turniere künftig noch in Ländern austragen kann, die die Pressefreiheit mit Füßen treten.

Offen ist, ob sich ARD und ZDF, die den Confed Cup 2017 übertragen, auf journalistische Restriktionen seitens der Fifa einlassen. Diese seien der ARD nicht bekannt, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky dem Tagesspiegel am Dienstag. „Die von der ARD akzeptierten Akkreditierungsvorgaben garantieren die journalistische Freiheit ihrer Berichterstatter.“

Was denn nun? Doch kein Maulkorb? Journalisten werde beim Confederations Cup nicht verboten, über irgendetwas zu schreiben. „Sie können schreiben, worüber sie wollen“, ließ Vizeregierungschef und Fußballverbandschef Witali Mutko in St. Petersburg der Agentur Tass zufolge mitteilen. Da gibt es offenbar noch viel Klärungsbedarf bei der Fifa und ihren Mitgliedern.meh