Überregionales : Festnahme verhindert Anschlag mit Biokampfstoff

Berlin/München - Den Sicherheitsbehörden ist es offenbar gelungen, einen islamistischen Anschlag mit einem Biokampfstoff zu verhindern. Der am Dienstagabend im Kölner Stadtteil Chorweiler von der Polizei festgenommene Tunesier Sief H. habe einen Angriff mit dem hochgiftigen Rizin geplant, sagten Sicherheitskreise am Mittwoch dem Tagesspiegel. Der Zugriff auf Sief H. sei erfolgt, weil der Mann die nötigen Substanzen für die Herstellung von Rizin „weitgehend zusammenhatte“, hieß es. Der Generalbundesanwalt übernahm noch am Dienstag die Ermittlungen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte Sief H. schon länger im Blick. Der Tunesier war dem Nachrichtendienst als Sympathisant der Terrormiliz „Islamischer Staat“ aufgefallen. Da die geplante Ausreise zum IS wegen dessen Niederlagen in Syrien und Irak keinen Sinn mehr machte, habe Sief H. in Deutschland zuschlagen wollen, sagten Sicherheitskreise. Es gebe bislang keine Anzeichen, der Tunesier sei vom IS in die Bundesrepublik geschickt worden. Sief H. sei allerdings bereits den tunesischen Behörden als Extremist bekannt gewesen, hieß es.

Islamistische Terrorgruppen haben bereits mit Rizin experimentiert. Der IS hat in seinen Propagandaorganen zum Einsatz von Biokampfstoffen gegen Ungläubige aufgerufen. fan

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!