Überregionales : Fast 900 Salafisten in der Hauptstadt

Berlin - Wie im Bund wächst auch in Berlin die salafistische Szene rapide weiter. Dem Milieu seien aktuell 880 Personen zuzurechnen, sagte der Chef der Landesbehörde für Verfassungsschutz, Bernd Palenda, am Dienstag in Berlin. 2015 waren es noch 680. Palenda stellte mit Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Staatssekretär Torsten Akmann den Jahresbericht 2016 des Verfassungsschutzes vor. In dem Report wird auch die Dar-as-Salam-Moschee erwähnt, die sich „Neuköllner Begegnungsstätte e.V.“ (NBS) nennt und sich um ein tolerantes Image bemüht. Der Verfassungsschutz sieht dennoch weiterhin Verbindungen zu Anhängern der islamistischen Muslimbruderschaft. Geisel begründete die anhaltende Beobachtung der Moschee so: Auch ein „Nein zu Gewalt“ bedeute „noch kein Ja zur Demokratie“. Es bestünden personelle Kontakte zur Muslimbruderschaft, so der Senator.

Der Moscheeverein kündigte rechtliche Schritte an. Die Neuköllner Begegnungsstätte unterhalte weder finanzielle noch personelle Verbindungen mit der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“ (IGD), teilte die Sprecherin der NBS dieser Zeitung mit. Der Verfassungsschutz bezeichnet die IGD als mitgliederstärkste Organisation von Anhängern der Muslimbruderschaft in Deutschland. Bereits im April hatte ein Berliner Anwalt für die NBS beim Verfassungsschutz Akteneinsicht gefordert. fan

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