• „Carbon Law“ soll das Klima retten Forscher fordern Kohle- und Ölausstieg bis 2050

Überregionales : „Carbon Law“ soll das Klima retten Forscher fordern Kohle- und Ölausstieg bis 2050

Potsdam/Washington - Der Potsdamer Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat zusammen mit weltweit führenden Klimaexperten einen Fahrplan zur Dekarbonisierung – dem Ausstieg aus Kohle und Öl – vorgelegt. In dem renommierten Fachjournal „Science“ haben die Wissenschaftler am Donnerstag ein Konzept publiziert, womit die Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) bis 2050 auf Null gebracht werden könne. Der als „Carbon Law“ bezeichnete Plan sieht eine Halbierung der vom Mensch verursachten CO2-Emissionen alle zehn Jahre vor. Leitautor ist der Direktor des Stockholm Resilience Centre, Johan Rockström.

Die Transformation soll sich in den vier Bereichen Innovation, Institution, Infrastruktur und Investition erstrecken. Die Umsetzung würde Sektoren von Landwirtschaft und Finanzwesen bis zu Industrie und Transportwesen umfassen. Priorität soll die Entwicklung und Verbreitung emissionsfreier Technologien haben. „Wenn zugleich alle auf fossilen Brennstoffen basierenden Pläne vom Markt verschwinden, würde dieses Narrativ alle teilnehmenden Staaten auf einem kohlenstoffarmen Entwicklungspfad halten“, so die Autoren.

Die Anwendung des Konzepts würde eine emissionsfreie Zukunft unvermeidlich machen, statt nur Wunschdenken zu sein, so die Autoren. Die Forscher schlagen vor, dass die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) eine führende Rolle bei der Umsetzung des Fahrplans spielen solle.

In Brandenburg hingegen hat die Landesregierung weiterhin keinen Plan, wie es mit der klimaschädlichen Braunkohle weitergehen soll. Öffentliche Konsultation zur neuen Energiestrategie und zu neuen Tagebauen soll es erst in der Sommerpause geben. Eine grundsätzliche Entscheidung will die Landesregierung erst treffen, wenn sich der Bergbau-Betreiber Leag entschieden hat, ob er neue Tagebaue eröffnet. Kix/axf