Überregionales : Britisches Gericht erklärt Boris Becker für bankrott

Berlin - Schwere Niederlage für Boris Becker: Ein britisches Gericht hat den deutschen Tennisstar am Mittwochvormittag offiziell für „bankrott“ erklärt. Das berichten die englische Tageszeitung „Daily Mail“ und andere britische Medien übereinstimmend. Becker soll demnach Schulden in Millionenhöhe angehäuft haben.

Die Richter wiesen damit zugleich den Antrag von Beckers Anwälten zurück, ihm einen weiteren Zahlungsaufschub von 28 Tagen zu gewähren, um eine Hypothek in Höhe von sechs Millionen Euro auf ein Anwesen in Spanien aufnehmen zu können. Der Rechtsbeistand des Sportlers habe nicht glaubhaft versichern können, die Hypothek tatsächlich bekommen zu können, urteilte die Richterin. „Er wirkt auf mich wie ein Mann, der seinen Kopf in den Sand steckt“, sagte die Richterin während der Verhandlung.

Dem Urteil ging ein jahrelanger Rechtsstreit mit der britischen Privatbank Arbuthnot Latham & Co voraus. Seit 2015 schon soll der mehrfache Wimbledon-Sieger laut „Guardian“ dem Institut demnach eine „substanzielle Summe“ geschuldet haben. Weil er aber jede Aufforderung zur Rückzahlung bisher ignoriert habe, beantragte die Bank jetzt die Bankrotterklärung vor Gericht – ein in Großbritannien üblicher juristischer Vorgang.

Beckers Anwalt hatte am Mittwoch vor Gericht zugegeben, dass sein Mandant „nicht sehr clever“ sei, wenn es um finanzielle Geschichten gehe.

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass der Tennisstar wegen eines finanziellen Disputs mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Das Landgericht München verurteilte ihn 2002 zu einer Geldstrafe von 300 000 Euro sowie einer Haftstrafe von zwei Jahren – die später zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Becker in seinen Steuererklärungen bewusst falsche Angaben gemacht hatte, um 3,3 Millionen Mark zu sparen. JCB

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