Überregionales : Braunkohle: Entscheidung über Tagebau in Welzow vertagt

Potsdam/Cottbus - Das Lausitzer Energieunternehmen Leag hat die Entscheidung über neue Braunkohletagebaue in Brandenburg vertagt. Vorerst gibt es keine Festlegung, ob der Tagebau Welzow-Süd II in den nächsten Jahren eröffnet wird. Damit herrscht für die von einer Umsiedlung bedrohten 800 Einwohner von Teilen der Stadt Welzow und des Dorfes Proschim für die nächsten Jahre weiter Unsicherheit. Nach dem vom Leag-Aufsichtsrat am Donnerstag abgesegneten Revierkonzept der Geschäftsführung soll zunächst nur in Sachsen mit Nochten II ein neuer, aber nach den Plänen abgespeckter Braunkohletagebau eröffnet werden. Dort sind die bereits vom vorherigen Eigentümer Vattenfall angeschobenen Vorbereitungen für die Umsiedlung am weitesten fortgeschritten. Statt der ursprünglich 1700 betroffenen Einwohner in den Gemeinden Schleife und Trebendorf werden nur 200 Einwohner umgesiedelt werden müssen.

Ob der Tagebau Welzow-Süd II doch noch aufgebaggert wird, will Leag bis spätestens 2020 entscheiden, macht dies aber von mehreren Faktoren abhängig: die Entwicklung von Strompreis und erneuerbaren Energien, die Folgen des Atomausstiegs und der Bedarf des Braunkohlestroms für Versorgungssicherheit – das politische Umfeld, insbesondere in der Klimaschutzpolitik. Wie es hieß, zögert die Leag mit Investitionen für Welzow-Süd II, weil unklar ist, ob sich dies noch rentiert.

Seit Jahren hat sich bei Vattenfall, nun der Leag und in der Landesregierung abgezeichnet, dass der Tagebau Jänschwalde- Nord nicht kommen wird. Die Landesregierung hatte diesen an den Neubau des Kraftwerks Jänschwalde mit CCS-Technik zur Speicherung von Kohlendioxid gekoppelt. Doch die Technik ist politisch nicht durchsetzbar. Das Kraftwerk soll laut Leag bis maximal 2033 laufen. axf