• Brandenburg: Jeder dritte Jugendliche hat Drogen probiert Verstärktes Vorgehen gegen Rauschgiftkriminalität Diakonisches Werk von Potsdam-Mittelmark geehrt

Überregionales : Brandenburg: Jeder dritte Jugendliche hat Drogen probiert Verstärktes Vorgehen gegen Rauschgiftkriminalität Diakonisches Werk von Potsdam-Mittelmark geehrt

Potsdam - Brandenburg will sich noch stärker im Kampf gegen den Drogenmissbrauch engagieren. Es gebe eine alarmierende Entwicklung der Rauschgiftkriminalität, der massiv entgegengesteuert werden müsse, sagte Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) am Freitag auf der Mitliederversammlung des Landespräventionsrates in Potsdam. Laut einer europaweiten Schülerstudie habe bereits jeder dritte Jugendliche in Brandenburg Erfahrung mit illegalen Drogen. 2003 seien von der Polizei fast 5800 Rauschgiftdelikte im Land aufgedeckt worden, was einer Steigerung von 13 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Jahr entsprochen habe. Die Polizei habe ihre Präventionsarbeit als Reaktion auf die Entwicklung insbesondere mit den Schulen deutlich verstärkt, unterstrich Schönbohm. Zugleich kündigte er an, dass die Verfolgung von Rauschgiftdelikten weiter intensiviert werde. Gerade junge Menschen müssten vor den Gefahren des Drogenmissbrauchs geschützt und ein Abgleiten in kriminelle Karrieren verhindert werden. Justizministerin Barbara Richstein (CDU) verwies auf die Bedeutung der EU-Mitgliedsländer bei der Bekämpfung des illegalen Drogenhandels. Die intensive persönliche und länderübergreifende Zusammenarbeit von Polizei und Justizbehörden sei ein unverzichtbarer Beitrag im Kampf gegen Drogen, betonte Richstein. Es sei erschreckend, dass viele Jugendliche bestätigten, wie leicht illegale Drogen nahezu überall im Land für sie zu beschaffen seien, sagte Bildungsstaatssekretär Martin Gorholt. Diese Sicherheitslücke müsse geschlossen werden. Die Suchtprävention sei auch in den neuen Rahmenplänen verstärkt Thema für den Unterricht. Außerdem seien zahlreiche Maßnahmen und Programme zur Auseinandersetzung mit Drogen aufgelegt worden. Ein erfolgreicher Kampf gegen den Drogenkonsum müsse weit im Vorfeld beginnen, in den Elternhäusern, Schulen, Lehr- und Ausbildungsstellen, überall dort, wo Situationen und Umstände Sucht auslösen könnten, fügte Gesundheitsstaatssekretärin Margret Schlüter hinzu. Deshalb werde bei allen Aktivitäten auf die Stärkung der psychischen Stabilität potenzieller Konsumenten gesetzt. Als besonders anerkennenswerte Initiativen im Bereich der Partnerschaften zwischen Schulen und Polizei zeichneten Schönbohm und Gorholt zwei Schulen und zwei Polizeiwachen aus. Geehrt wurden das Marie-Curie-Gymnasium in Dallgow-Döberitz und die Wache Falkensee sowie die Gesamtschule Geschwister Scholl in Meyenburg und die Wache Pritzwalk. Verliehen wurden auch die Preise für den im November 2003 vom Landespräventionsrat initiierten Wettbewerb „Miteinander - sinnvolle Freizeit ohne Drogen“. Er war an Fachkräfte der offenen Jugendarbeit gerichtet. Der mit 1500 Euro dotierte erste Preis ging an das Projekt „Fahren & (Er)leben“, das von Verkehrswacht und Schutzbereich Uckermark entwickelt wurde. Den zweiten Platz belegte der Jugendfreizeitclub „Leo“ in Zossen/Nächst Neuendorf, der sich über 1000 Euro Preisgeld freuen kann. Auf den dritten und vierten Platz kamen die Jugendkoordinatorin der Stadt Storkow, Petra Schiewe, und das Diakonische Werk im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Sie erhalten je 750 Euro. ddp

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