Überregionales : Brandenburg – Heimat der Sportmuffel

Studie zum Gesundheitsbewusstsein der Deutschen: Berliner essen am seltensten Fleisch

Rainer Woratschka

Berlin - In Nordrhein-Westfalen wird am meisten geraucht, in Hessen am wenigsten. Die Berliner essen – verglichen mit den Bewohnern aller anderen Bundesländer – am seltensten Fleisch, dafür liegen sie beim Süßigkeitenkonsum weit vorne. In Schleswig-Holstein trinken doppelt so viele Menschen täglich Alkohol wie in Thüringen. Und die Brandenburger sind die größten Sportmuffel der Republik.

Das alles sind Ergebnisse einer aktuellen und repräsentativen Befragung durch das Institut für angewandte Sozialwissenschaft. In Auftrag gegeben wurde sie von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Unter den Bürgern herrsche großes Gesundheitsbewusstsein, sagte Verbandschef Friedemann Schmidt bei der Präsentation in Berlin. Allerdings: Die Raucherquote liege bundesweit immer noch bei 28 Prozent. Präventionskurse würden nicht mal von jedem Fünften in Anspruch genommen. Und Angaben zum eigenen Gesundheits- und Sportverhalten spiegelten, wegen der „sozialen Erwünschtheit“ bestimmter Antworten, erfahrungsgemäß auch nicht hundertprozentig die tatsächliche Lebensweise.

So treibt, glaubt man den Befragten, hierzulande mehr als jeder Vierte täglich oder „fast täglich“ mindestens eine halbe Stunde lang Sport – Spaziergänge und kürzere Fahrradfahrten nicht eingerechnet. Beim Spitzenreiter Schleswig-Holstein und Hamburg liegt die Quote derart Aktiver gar bei 31 Prozent. Brandenburg bringt es auf gerade mal 19 Prozent.

Nimmt man diejenigen dazu, die sich zwei- bis dreimal pro Woche sportlich betätigen, ist es bundesweit mehr als jeder Zweite. Niemals Sport machen nach eigenen Angaben 19 Prozent der Bürger. Jedoch gibt es hier, je nach Land, kräftige Ausreißer. Führend bei den Couch-Potatoes aus Überzeugung sind Rheinland- Pfalz und das Saarland mit stolzen 30 und Sachsen-Anhalt mit 27 Prozent.

Beim Fleischkonsum wiederum hebt sich Berlin deutlich von allen anderen ab. Nur sechs Prozent der hier Lebenden haben nach eigenen Angaben täglich Tierisches auf dem Teller. In Sachsen-Anhalt sind es 26 Prozent. Beim täglichen Alkoholpensum liegen die bewegungsfreudigen Nordlichter mit 16 Prozent einsam an der Spitze. Beim täglichen Genuss von Milchprodukten glänzen die Sachsen, bei dem von Obst und Gemüse die Thüringer.

Beim Raucheranteil liegt Nordrhein- Westfalen mit 33 Prozent vorne, Hessen hat grade mal 21 Prozent. Hier sank die Zahl binnen neun Jahren um zehn Prozentpunkte, in NRW änderte sich kaum was. Komplett andersrum verlief die Entwicklung in Rheinland-Pfalz und an der Saar. Die Qualmer-Quote stieg dort – trotz aller Kampagnen – seit 2008 von 22 auf 32 Prozent. Rainer Woratschka

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